«Überall, wo ich war, hatte ich Erfolg»

Tigers-Trainer Fust unter Druck

Die SCL Tigers sind Tabellenletzte und fielen zuletzt gegen Zug (2:7) völlig auseinander. Dennoch glaubt Trainer John Fust (40) an die Wende.

Presse • • von Blick, Daniel Gerber

BLICK: John Fust, wie beurteilen Sie die Situation der Tigers?
John Fust:
Niemand kann mit dem letztem Platz zufrieden sein. Wir führten viele Sitzungen mit dem Staff und den Spielern und analysierten die Faktoren. Mit aller Kraft sind wir nun daran, die Erkenntnisse umzusetzen. Aber wir sind 24 Menschen und nicht Roboter. Die mentale Seite ist gefragt, das ist der Beginn einer Besserung. Es braucht Kraft und Energie. Siege sind gefragt.

 

Wie konnte der Absturz passieren?
Auch im letzten Spiel hatten wir eine gute Phase und setzten Zug unter Druck. Jedoch machten wir kleine Fehler und wir sind mental nicht stark. Wir müssen die guten Teile über 60 Minuten hinkriegen. Denn wenn wir mental stärker sind, können wir auch besser reagieren. Wir arbeiten unglaublich hart, werden aber schlecht dafür bezahlt.

 

Es gibt mehrere NLA-Spieler, die alleine mehr Tore haben als die fünf kanadischen Tigers-Feldspieler. Warum gehen die Dinger nicht rein?
Das ist die Millionen-Dollar-Frage. Es liegt nicht daran, dass wir zu wenig hart arbeiten würden. Die Spieler sind zu gut, als dass es nicht kommen wird. Ich bin überzeugt, dass es besser wird. Ich weiss, dass die Spieler kämpfen und sie haben bereits gezeigt, dass sie ihren Wert haben.

 

Nun wird auch die Trainer-Frage gestellt, stehen Sie unter Druck?
Was ist Druck? Druck ist, wenn man arbeitslos ist und drei Kinder daheim hat. Sportlich ist niemand zufrieden, ich auch nicht. Und ich bin verantwortlich. Aber ich will nicht nach hinten schauen. Wir müssen einen Neuanfang machen und wieder starten.

 

Fans und Medien diskutieren bereits über Ihre Entlassung.
Ein Trainer-Job kann in Gefahr geraten, das ist die Realität unseres Business. Selbst die besten Trainer in der NHL sind schon gefeuert worden. Aber wir haben mit der Mannschaft gesprochen. Sie will, dass ich Trainer bleibe. Sie weiss, dass wir zusammen bessere Arbeit machen können. Wir können das Schiff noch drehen.

 

Ihr Vertrag dauert bis 2015. Ist das nun Ihre Lebensversicherung?
Ich antworte so: Überall, wo ich war, hatte ich Erfolg. Mit der Universität Ottawa schafften wir trotz kleinem Budget den Einzug in die Playoffs. Mit Visp gelang der Meistertitel und mit den Tigers die Qualifikation für die Playoffs. Erfolg ist auch die Entwicklung von Spielern wie Simon Moser, Joël Genazzi, Tobias Bucher und anderen. Auch jetzt können wir vorankommen. Wir gehen durch eine schwere Phase und die Korrektur kommt nicht in fünf Minuten. Geduld ist gefragt. Wichtig ist: Die Spieler glauben an mich und ich an sie. Wir müssen einfach besser zusammenspielen.

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