Die härtesten Gegner der SCL Tigers - Heute: Der EHC Visp

Titelverteidigung ohne Kovalev?

Wer hätte nach den ersten paar Runden der letzten Saison gedacht, dass der EHC Visp am Schluss als Champion dastehen würde? Zu Beginn der Meisterschaft am Tabellenende herumgurkend, löste erst ein Trainerwechsel den Wandel aus.

News • • von Bruno Wüthrich

 

visp_logo_1314_210x160Da konnte auch Superstar Alexej Kovalev nicht viel helfen. Zu Beginn der Meisterschaft lief nicht viel zusammen beim EHC Visp. Doch Coach Michel Zeiter war schon im Jahr zuvor ein paar mal auf der Abschussrampe. In dieser Saison war dann sein Kredit bald einmal aufgebraucht. Unter dem neuen Coach Kim Collins wurde dann allmählich alles besser, zumal im verlauf der Saison auch noch der in Ajoie wegen eines Disputs mit dem Trainer ausgemusterte James Desmarais den Weg ins Wallis fand. Der Kanadier erwies sich als wichtiges Puzzleteil im Mannschaftsgefüge und verdrängte Dominic Forget aus dem Team. Doch am Schluss der Qualifikation resultierte lediglich der 5. Rang, und der stolze EHC Visp war nach 45 Runden nicht mehr die Nr. 1 im Kanton. Doch der HC Red Ice Martigny, welcher in der Quali sämtliche Spiele gegen den Kantonsrivalen gewann und ihm mit dem 4. Rang die kantonale Spitzenposion streitig machte, hatte in den Viertelfinals der Playoffs nicht mehr den Hauch einer Chance und wurde nach lediglich vier Spielen in die Ferien geschickt. Es folgte danach die dramatische Halbfinalserie des EHC Visp gegen den SC Langenthal, welchen die Oberwalliser nach sowohl spielerischem als auch verbandsjuristischem Hin und Her mit extrem viel Dusel gewann. Im Final gegen die SCL Tigers entschieden die grössere Leidenschaft und auch das Glück für die Visper. Erneut musste das Team um Alexej Kovalev auswärts ins siebte Spiel, und erneut stahlen sie einem SCL die Show. Wenn die Leidenschaft der Faktor ist, nach welchem bemessen wird, ob ein Sieg verdient ist oder nicht, dann war der Visper Meistertitel sogar hoch verdient. Spielerisch hatten sie weder das Potential von Langenthal noch von Langnau.

 

Superstar Alexej Kovalev spielte bei diesem Titelgewinn natürlich eine entscheidende Rolle. Er war der unbestrittene Leader seiner Mannschaft, war dabei stocktechnisch, taktisch und bezüglich Spielintelligenz und -Übersicht überragend. Und auch sonst hatte er vom schauspielerischen Talent (sterbender Schwan) bis zum harten Check ein beeindruckendes Palmares drauf. Doch Kovalev wird den Vispern nicht weiter zur Verfügung stehen. Aus gesundheitlichen Gründen trat er zurück. Wie gross die Lücke ist, die er hinterlässt, wird sich noch weisen müssen. Auch Luca Triulzi, zweitbester Skorer mit Schweizerpass verliess die Walliser. Doch die Verantwortlichen um Geschäftsführer Sebastien Pico blieben nicht untätig und verpflichteten mit Egor Mikhaylov den Topscorer des Kantonsrivalen aus Martigny. Das beste daran: Mikhaylov spielt mit Schweizer Lizenz. Als zweiter Ausländer neben James Desmarais kommt William Rapuzzi. Der 24-jährige US-Amerikaner war in der letzten Saison für die Idaho Steelheads in der ECHL in 60 Spielen für 58 Punkte gut (16 Tore, 42 Assists).

 

Visp wird erneut ein ernsthaftes Wort bei der Vergabe des Titels mitreden. Die nötigen Ingedienzien sind auch nach dem Abgang von Alexej Kovalev vorhanden.

 

Coach: Kim Collins (Head, 52, De, bisher), Frank Brux (Assistent, 46, bisher).

Ausländer: William Rapuzzi (USA, S, 24, neu), James Desmarais, Can, 35, bisher)

Zuzüge: Jegor Michailov (S, 35, Red Ice), William Rapuzzi (USA, S, 24, Idaho Steelheads, ECHL), Tim Bucher (V, 26, Langenthal).

Abgänge: Alexey Kovalev (RUS, 42, S, Rücktritt), Dominic Forget (La Chaux-de-Fonds), Xavier Reber (Sierre), Pascal Annen (Seewen), Luca Triulzi (Langenthal)

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