SCL Tigers - ZSC Lions 3:4 n.V. (1:0, 2:2, 0:1)

Tragisch: SCL Tigers verlieren Pascal Berger und kassieren Overtime-Niederlage

Nach einer 3:0 - Führung verlieren die SCL Tigers gegen die ZSC Lions in der Verlängerung noch mit 3:4. Die Leistung zeigt aber in die richtige Richtung. Doch noch schlimmer: Captain Pascal Berger fällt mit Schlüsselbeinbruch vier bis sechs Wochen aus.

Spielbericht • • von Bruno Wüthrich

 Hier erzielt Eero Elo mittels Onetimer den ersten Langnauer Treffer. Bild: Susanne Bärtschi

 

Es sollte nicht sein. Eine 3:0 – Führung und etliche beste Chancen zur Siegsicherung bezogen die SCL Tigers eine bittere Overtime-Niederlage. Dabei waren Langnaus Finnen sowohl Helden als auch Versager. Nicht verschweigen wollen wir, dass die Zürcher für diesen Erfolg auch sehr viel Glück und in den entscheidenden Momenten einen starken Niklas Schlegel im Tor brauchten. Am Ende waren jedoch die Gäste um einen Tick kaltblütiger. Nachdem sie in der 56. Minute den Ausgleich auf eher glückliche Art und Weise realisieren konnten, hatten die Langnauer in der Verlängerung den Siegtreffer gleich mehrfach auf der Kelle. Innerhalb von wenigen Sekunden vergaben sowohl Ero Elo (der zwei Tore erzielte, aber in 54. Minute einen Penalty über das Tor setzte) und Yannick-Lennart Albrecht in aussichtsreichster Position. Als dann in der 64. Minute Kevin Klein den drei Langnauern auf dem Feld entwischte, liess er sich nicht zwei Mal bitten und erzielte den Zürcher Siegtreffer doch noch. Der eine Punkt der Langnauer ist indes hoch verdient. Sie zeigten mit dieser Leistung, dass mit ihnen in dieser Saison zu rechnen sein wird. Sie liessen sich weder durch einen Zürcher Doppelschlag zum Ende des zweiten Drittels noch durch den späten, unglücklichen Ausgleich aus dem Konzept bringen und wollten zu jedem Zeitpunkt den Sieg, den sie auch verdient gehabt hätten. Sie bestanden also den Charaktertest trotz der Niederlage. Doch alles der Reihe nach.

Acht Testspiele, sieben Niederlage. Nicht jeder Fan wollte da der Sache so richtig trauen. Zumal zum Meisterschaftsstart mit den ZSC Lions gleich einer der Titelfavoriten die Fahrt ins Emmental antrat. Doch die SCL Tigers zeigten mit einem Pfostenschuss von Nils Berger bereits in der 1. Minute sofort auf, dass Testspiele nicht unbedingt Aufschluss auf Partien geben kann, in denen es um Punkte geht. Zwar fabulierten zum Teil fachkundige Fans und Journalisten, die gerne fachkundig sein möchten (unter anderem der Schwafli vom FANTIGER), dass Siege immer gut fürs Selbstvertrauen seien, und dass deswegen bereits in Testspielen Vollgas zu geben sei. Mit Verlaub: Den Langnauern vorzuwerfen, sie hätten in den Trainingsspielen kein Vollgas gegeben, wäre eine unfaire und unwahre Unterstellung. Doch in dieser Phase wird bei unterschiedlichen Teams unterschiedlich hart trainiert. Das heisst, mit schweren Beinen Vollgas zu geben ist nicht das Gleiche wie Vollgas im ausgeruhten Zustand.

Was die SCL Tigers zu leisten im Stande sind, zeigten sie bereits in den ersten Minuten gegen die Zürcher Löwen. Gut organisiert, bissig, aufsässig und mit Zug nach vorne liessen sie dem Favoriten voerst keinen Stich. Und wenn dann auch noch bereits im ersten Powerplay der Puck den Weg ins gegnerische Tor findet, so ist auch in dieser Hinsicht der Start geglückt. Dave Sutter sass in der 5. Minute gerade eine kleine Strafe ab, als Ville Koistinen seinen Landsmann Eero Elo bediente, der direkt abzog. So richtig in Gefahr, den Vorsprung zu verspielen, gerieten die Tiger in den ersten 20 Minuten nicht. Und im zweiten Abschnitt legten sie noch einen drauf. In der 29. Minute schickte Ville Koistinen seine Landsleute Antti Erkinjuntti und Eero Elo auf die Reise, Erkinjuntti bediente Elo, und dieser liess, allein auf Zürich-Hüter Niklas Schlegel losziehend diesem nicht den Hauch einer Chance. In der 34. Minute sass Langnaus Philippe Seydoux in der Kühlbox, als ihm 10 Sekunden später Zürichs Reto Schäppi wegen einer dummen Behinderung folgte. Das Anspiel gelangte zu Ville Koistinen, dieser bediente Antti Erkinjuntti, welcher das 3:0 erzielte.

Wie gewonnen, so fast wieder verloren

Doch die Stadtzürcher vermochten noch im gleichen Abschnitt zu reagieren. Zuerst nahmen sie bei einer Strafe gegen Nils Berger das Langnauer Boxplay nach allen Regeln der Kunst auseinander (40.) Zwei Mal passierte der Puck ungehindert den Slot, bis Roman Wick aus spitzem Winkel einschieben konnte. Und lediglich 57 Sekunden später realisierte Fabrice Herzog nach einer famosen Einzelleistung den 3:2 Anschlusstreffer. Den Rest kennen wir.

Pascal Berger fällt aus

Wie nach dem Spiel bekannt wurde, fällt Langnaus Captain Pascal Berger nach einem Check mit Schlüsselbeinbruch für vier bis sechs Wochen aus. Der Ausfall trifft die SCL Tigers schwer. Berger ist der Aggressivleader der Emmentaler und somit ein wichtiges Element im Spiel der Emmentaler.

 

SCL Tigers - ZSC Lions 3:4 n.V.  (1:0, 2:2, 0:1)

Ilfishalle, 5'519 Zuschauer. SR: Dipietro/Massy, Gnemmi/Progin. Tore: 5. Elo (Koistinen, Ausschluss Sutter) 1:0. 29. Elo (Erkinjuntti, Koistinen) 2:0. 34. Erkinjuntti (Koistinen, Ausschlüsse Seydoux, Schäppi) 3:0. 39. Wick (Shore, Herzog, Ausschluss N. Berger) 3:1. 40. Herzog (Wick) 3:2. 56. Nilsson (Petersson) 3:3. 64. (63.22) Klein (Pestoni) 3:4. Strafen: je 4-mal zwei Minuten.

SCL Tigers: Punnenovs; Koistinen, Zryd; Erni, Seydoux; Huguenin, Lardi; Blaser; Erkinjuntti, Gustafsson, Elo; N. Berger, Gagnon, Neukom; Nüssli, Albrecht, P. Berger; Dostoinov, Peter, Gerber; Haas.

ZSC Lions: Schlegel; Geering, Klein; Marti, Karrer; Seger, Sutter; P. Baltisberger, Bachofner; Petersson, Sjögren, Herzog; Wick, Shore, Nilsson; Pestoni, Schäppi, Kenins; Künzle, Prassi, C. Baltisberger.

Bemerkungen: SCL Tigers ohne Ciaccio (Ersatztorhüter), Stettler, Randegger, Rüegsegger (alle verletzt), Müller, Himmelfarb (beide Langenthal), Kuonen (überzählig). ZSC Lions ohne Flüeler (Ersatztorhüter), Sutter (Ottawa), Miranda, Hinterkircher (beide verletzt), Blindenbacher (krank), Guerra (überzählig). 1. Pfostenschuss N. Berger. 53.57: Eero Elo verschiesst Penalty.

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