20 Minuten online, Klaus Zaugg

Trotz Abstieg ein klares Bekenntnis zur NLA

Der dritte Abstieg nach 1985 und 1988 bringt für die SCL Tigers nicht das Ende des Spitzenhockeys. Das Ziel ist klar: Bis in zwei Jahren wieder zurück in die NLA.

Presse •

Eine Rückkehr in die NLA ist nicht so einfach: Der HC Lausanne hat im Frühjahr 2005 seinen Platz in der höchsten Spielklasse durch ein 0:2 im siebten Spiel der Liga-Qualifikation auf eigenem Eis gegen Basel verloren. Erst im achten Anlauf ist nun der Wiederaufstieg geglückt. Zweimal war die Liga-Qualifikation erst im 7. Spiel gegen Biel verloren gegangen (2009 und 2010).

Durchaus möglich, dass Lausanne im Frühjahr 2014 Langnaus Gegner in der Liga-Qualifikation sein wird. Sofern die Langnauer die NLB gewinnen. Der Verwaltungsrat unter Präsident Peter Jakob hat alle Vorkehrungen für eine erfolgreiche «Operation Wiederaufstieg» getroffen. So geht es nun im Emmental weiter.

 

- Es werden keine politischen Versuche unternommen, um in der NLA zu bleiben. Solche Versuche wären ohnehin ohne jede Chance und würden bloss den guten Ruf des Unternehmens schädigen. Das sportliche Verdikt wird akzeptiert.



- Alle Verträge mit Spielern und Trainer laufen aus. Auch jener des bereits im Dezember beurlaubten Trainers John Fust und dessen Assistenten Alex Reinhard. Im Fall von Fust sparen die SCL Tigers pro Monat 26 000 Franken. So viel mussten sie Monat pro Monat, zwölfmal im Jahr, dem gescheiterten Trainer überweisen – wären sie oben geblieben, bis und mit April 2015.

 

- Die Spieler haben bis am nächsten Montag Zeit, zu sagen, ob sie bleiben wollen oder nicht. Jene, die Interesse signalisieren, werden bis Ende April eine Vertragsofferte erhalten.

 

- Nationalstürmer Simon Moser, der begehrteste Spieler, wird voraussichtlich im Herbst erst einmal in ein NHL-Trainingscamp einrücken. Reicht es nicht zu einer Nordamerika-Karriere, wird er wohl zum SC Bern wechseln.

 

- Weil alle Verträge auslaufen, ist das April-Salär der letzte Lohn. Erst nach der definitiven Abrechnung aller Kosten (Materialkonto, Mehrkilometer oder Schäden an den Leasingautos, Mietschäden) werden die Saläre nach den entsprechenden Abzügen ausbezahlt.

 

- Um zu verhindern, dass es wieder zu solchem Salärwahnsinn kommt wie bei der Vertragsverlängerung mit John Fust, wird künftig ein Dreier-Gremium über Verträge entscheiden.

 

- In den nächsten zehn Tagen werden sämtliche Sponsoren persönlich kontaktiert. Die Chancen, dass die Werbepartner bleiben, sind gross.

 

- Manager Wolfgang Schickli bleibt. Langnau wird mit den Strukturen eines NLA-Unternehmens und dem aktuellen Büropersonal in die NLB absteigen. Der Vertrag mit Sportchef Jakob Kölliker läuft auch nach dem Abstieg weiter, ist aber auf drei Monate kündbar.

 

- Alle Verwaltungsräte inkl. Präsident Peter Jakob bleiben im Amt.

 

- Die offizielle Zielsetzung ist der Wiederaufstieg innerhalb der nächsten zwei Jahre und die Positionierung der SCL Tigers als Ausbildungsklub. Was bei der perfekten Infrastruktur und den Schwierigkeiten etwa von Ambri ein realistisches Ziel ist. Ein Zuschauerschnitt von 3000 bis 4000 pro Spiel ist in der NLB nicht unrealistisch.

 

Die SCL Tigers sind bisher einmal Meister geworden (1976). Aber vor allem wissen sie, wie man aufsteigt. 1985 sind sie zum ersten Mal überhaupt in ihrer Geschichte abgestiegen (in die NLB). Sie haben seither zweimal den Wiederaufstieg aus der 1. Liga in die NLB (1992 und 1994) und zweimal die Rückkehr in die NLA geschafft (1987 und 1998). Das Ur-Wissen wie man Aufsteigt ist ein Teil der Langnauer Hockeykultur.

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