HC Fribourg-Gottéron - SCL Tigers 2:1 (0:0, 1:0, 1:1)

Trotz guter Leistung reichte es diesmal nicht

Die SCL Tigers verloren das «Rückspiel» bei Gottéron mit 1:2. Die taktisch hervorragende Leistung und ein sackstarker Torhüter Damiano Ciaccio reichten diesmal nicht zum Sieg. In der Offensive kam zu wenig.

Spielbericht • • von Bruno Wüthrich

 

ciaccio

War sackstark: Damiano Ciaccio im Tigers-Tor. Trotzdsem reichte es nicht zum Punktgewinn. Bild: Susanne Bärtschi (Archiv)

 

Bis zur 58. Minute war in diesem Spiel auch dank einem erneut äusserst starken Damiano Ciaccio im Tor der SCL Tigers alles möglich. Dies trotz der Dominanz im Schlussdrittel der Drachen. Unglaublich, was Ciaccio alles hielt. Erfreulich seine Sicherheit, die er ausstrahlte. Doch dass die Tiger hoffen konnten, lag auch daran, dass es im Eishockey schnell gehen kann, und ein Eintore-Rückstand immer aufzuholen ist. Doch dann markierte Benjamin Plüss nach einer Einzelleistung den zweiten Treffer für Gottéron, und obwohl Yannick-Lennart Albrecht sein Team in der 60. Minute nochmals heran brachte, reichte es nicht mehr. Der Sieg des Leaders war verdient. Vor allem im Schlussdrittel liess Gottéron kaum mehr etwas zu und beschäftigte, mit dem knappen Vorsprung aus dem Mitteldrittel im Rücken, die Tiger mehr als diesen lieb sein konnte.

 

Die SCL Tigers vergaben einen möglichen Punktgewinn in den ersten 40 Minuten. «Wir agierten vor dem gegnerischen Tor zu wenig entschlossen. So reichte unsere über weite Strecken sehr gute Defensivleistung nicht zum Sieg», erkärte er entäuschte Sven Lindemann das Spiel. «In Langanu gerieten wir ob der tollen Stimmung in einen Lauf, und das Spiel lief für uns. Dies war diesmal nicht so.» Beide Gegentore kamen auf Einzelleistungen von Fribourgern zustande, bei denen die Langnauer bereits in der neutralen Zone eher als Zuschauer denn als Gegner agierten. Doch Eishockey lebt von Fehlern. Ohne diese keine Tore. Dass die Langnauer keine (oder fast keine) erzielten, war jedoch nicht darin begründet, dass Gottéron keine Fehler machte. Der Grund lag viel eher im Unvermögen der E,mmentlaler vor dem gegnerischen Tor.

 

Doch die Leistung der Langnauer war trotz der Niederlage mit einigen Abstrichen sehr gut. Denn wenn, wie am Samstag geschehen, der Tabellenletzte den Leader schlägt, so schreit dies in der Regel nach Revanche. Der HC Fribourg-Gottéron, welcher drei Tage zuvor in Langnau sang und klanglos untergegangen war, hatte nun Gelegenheit zur Korrektur. Doch die SCL Tigers waren erneut ein kampfstarker, clever agierender Gegner. Dies bekamen die Platzherren im ersten Drittel deutlich zu spüren, denn die Langnauer waren in diesem Abschnitt erneut das bessere Team. Torchancen blieben jedoch auf beiden Seiten Mangelware. Am gefährlichsten wurde es, wenn eines der beiden Teams in Überzahl spielen konnte. Dies war auf Seiten von Gottéron zwei, bei den Tigern drei Mal der Fall. Doch die grossen Torgelegenheiten gab es auch da nicht. Doch gesamthaft gesehen waren die Langnauer näher an einem Treffer. In der 11. Minute traf Ville Koivinen gegen die wegen zu vieler Spieler auf dem Eis dezimierten Fribourger mit einem Schuss von der blauen Linie den Pfosten. Das von den Platzherren angestrebte Feuerwerk fand nicht statt.

 

Auch im zweiten Drittel ging das zähe Ringen weiter. Anders als am Samstag wurde im heutigen Spiel viel mehr auf Sicherheit geachtet. Doch zumindest ein klein wenig offener war die Partie nun. In der 26. Minute schien Tigers-Hüter Damiano Ciaccio bereits geschlagen. Kamerzin hatte im durch den Langauer Torhüter verursachten Fribourger Powerplay jedoch nur den Pfosten getroffen. Und in der 34. Minute eröffnete sich Langnaus Anton Gustafsson eine gute Chance, doch er verzog in aussichtsreicher Position. Sekunden später klingelte es jedoch trotzdem. Aber auf der andern Seite. Julien Sprunger lancierte Sakari Salminen und dieser erzielte nach einer feinen Einzelleistung mit einem sehenswerten Treffer die Führung für den Leader. Die Langnauer liessen sich jedoch nicht aus dem Konzept bringen und kämpften weiter. In der 37. Minute sah Silvan Wyss eine erstklassige Möglichkeit von Fribourg-Hüter Benjamin Conz vernichtet. Mit der knappen Führung der Platzherren ging es ins Schlussdrittel. Wie ausgeglichen das Spiel bis zu diesem Zeitpunkt war, verdeutlich die Schussstatistik der ersten 40 Minuten. Diese lautete: Fribourg 16, Langnau 17.

 

 

HC Fribourg-Gottéron - SCL Tigers 2:1 (0:0, 1:0, 1:1)

 

BCF-Arena Fribourg, 5'606 Zuschauer. SR: Eichmann/Mollard, Fluri/Rohrer. Tore: 34 Salminen (Sprunger) 1:0. 58. Plüss 2:0. 60. Albrecht (Haas, Koistinen) 2:1. Strafen: je 4-mal zwei Minuten.

 

Gottéron: Conz; Picard, Rathgeb; Ngoy, Kamerzin; Schilt, Maret; Abplanalp, Glauser; Plüss, Gardner, Fritsche; Mottet, Schmutz, Mauldin; Salminen, Bykov, Sprunger; Vauclair, Rivera, Marchon.

 

SCL Tigers: Ciaccio; K. Lindemann, Hecquefeuille; Koistinen, A. Gerber; Gossweiler, Weisskopf; Müller; Murray, Albrecht, Berger; S. Moggi, Gustafsson, Wyss; Bucher, DiDomenico, Nüssli; S. Lindemann, Chiriaev, Haas.

 

Bemerkungen: Gottéron ohne Pouliot (gesperrt), Loichat, Pivron, Neukomm (alle verletzt), Camperchioli, Brügger (beide Farmteam). SCL Tigers ohne Clark, Stettler, Bärtschi, C. Moggi, Zryd (alle verletzt), T. Gerber, Habeerstich (überzählig). 11. Pfostenschuss Koistinen. 26. Pfostenschuss Kamerzin. SCL Tigers von 58.21 bis 59.03 und ab 59.18 ohne Torhüter.

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