Ungünstige Entwicklung oder nicht?

Trotz Klaus Zaugg: Kein Supergau für die SCL Tigers!

Es sei das Beste für ein möglichst weites Kommen in den diesjährigen Playoffs, wenn die SCL Tigers in den Viertelfinals wirklich hart und möglichst über sieben Spiele gefordert würden, sagte Hockey-Experte Klaus Zaugg vor Beginn der Serie auf Radio Neo1. Doch jetzt «droht» der Durchmarsch in nur vier Spielen...

Blog • • von Bruno Wüthrich

 

 

Zauggs Aussage ist nicht unbegründet. Denn favorisierte Teams holen in den Viertelfinals Anlauf für die bevorstehenden Aufgaben, suchen (und finden mehrheitlich) nach höherer Spielintensität, Stilsicherheit und Aggressivität. Wie schnell diese Faktoren gefunden und verinnerlicht werden, ist von Team zu Team unterschiedlich. Dieser Umstand ist einer der Faktoren, die zum Scheitern eines Favoriten bereits in der ersten Runde führen können. Der schlechter Klassierte findet die für die Playoffs wichtigen Faktoren eher, überrumpelt damit den trägen Favoriten. Der mentale Höhenflug des Underdogs regelt dann den Rest.

 

 

Auch in der Serie zwischen den SCL Tigers und dem HC Thurgau fand der Underdog eher den Rhytmus. doch in diesem Fall reichte dies nicht aus, um den Favoriten zu erschüttern. Die individuelle Leistung eines einzelnen (Chris DiDomenico) im ersten, sowie das Glück im zweiten Spiel bewahrten die Tiger vor Niederlagen. Erst die dritte Partie war dann eindeutig. Erstmals in dieser Serie lieferten die Langnauer eine über das ganze Spiel konzentrierte Leistung ab und nützten auch ihre körperliche Überlegenheit. Sie sind nun in den diesjährigen Playoffs angekommen, und können dies im heutigen Spiel in Weinfelden nochmals unter Beweis stellen.

 

 

Es ist deshalb auch nicht weiter schlimm, wenn die SCL Tigers in diesen Viertelfinals nicht über sieben Spiele hart gefordert werden. Denn das Minimalziel der Langnauer ist und bleibt in den heurigen Playoffs die Erreichung des Halbfinals. Da stehen sie einen Sieg davor, den sie nun vier Spiele Zeit haben, zu realisieren. In Langnau vermeidet man es geflissentlich, das Wort «Aufstieg» in den Mund zu nehmen. Diesen bereits in der Saison nach dem Abstieg zu fordern, wäre für einen Emmentaler etwas gar unbescheiden. Doch anders als in früheren Jahren wünschen sich die Fans jetzt eine möglichst lange Saison.Und sie sollte – wenn immer möglich – mit einem Sieg abgeschlossen werden. Allein schon wegen der positiven Erinnerung.

 

 

Diesen Sieg, der in die Halbfinals führt, bereits heute Abend zu realisieren, wird nicht einfach. Denn die müder werdenden Thurgauer werden nochmals alle Kräfte mobilisieren, um ihrem Publikum doch noch einen Playoff-Sieg zu bescheren. Dass sie die Serie verloren haben, wissen sie. Doch einfach so ergeben werden sie sich nicht. Deshalb braucht es von Seiten der Langnauer eine weitere konzentrierte Leistung. Nicht nur wegen des vierten Sieges, sondern auch, um Verletzungen zu vermeiden. Denn erwiesenermassen ist die Verletzungsgefahr bei unkonzentrierten Leistungen grösser als im intensiven, harten, aber fairen Kampf. Und immerhin: Auch diese Serie ist erst gewonnen, wenn der vierte Sieg im Trockenen ist.

 

 

Es ist übrigens eine Mär, dass der vierte Sieg der schwierigste sein soll. Dies mag für einen Underdog stimmen. Nicht jedoch für den Favoriten, der mit 3:0 in der Serie führt. Trotzdem: Kein Sieg ist einfach. Vor allem, wenn die Leistungspotentiale aller Teams der Liga so nahe beieinander liegen. Das beste Beispiel hierfür liefert die Serie des EHC Olten gegen den HC La Chaux-de-Fonds, in welcher der souveräne Qualifikationssieger gegen den Achten mit 1:2 Siegen im Rückstand liegt. Falls heute Abend die Neuenburger noch einen drauf legen, müssen die Powermäuse darauf hoffen, dass an der Mär, der letzte Sieg sei der schwierigste, doch etwas dran ist.

 

 

 

 

 

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