Urs Bärtschi: «Gäge Fetisov spile? Nei danke!»

Nun haben also die SCL Tigers den lange ersehnten Assistentscoach gefunden. Einer dürren Pressemitteilung ist zu entnehmen, dass es sich dabei um Urs Bärtschi handelt. FANTIGER ergänzt die fehlenden Fakten.

News • • von Bruno Wüthrich

 

Ja, es ist DER Urs Bärtschi. 91-facher Nationalspieler, 2-facher Schweizermeister (1981 und 1983 mit dem EHC Biel), und Vater von Patrick (ZSC Lions) und Deny (SCL Tigers). Sein Stammverein ist der EHC Adelboden, von wo aus er seine Tournee durch die Schweiz startete. Arosa, Kloten, Biel, wieder Kloten, Ambri und Bülach waren seine Stationen. Bärtschi war ein kräftiger Flügel mit guten Händen. Nicht besonders schnell, dafür mit gutem Durchsetzungsvermögen und Skorerqualitäten. Zusammen mit dem Kanadier Richmont Gosselin bildete er in Biel ein Duo, das massgeblichen Anteil am Meistertitel 1981 hatte. Auch die Fans von damals des SC Langnau erinnern sich sicher an dieses Duo. Oft führte der Bär, wie man Bärtschi auch nannte, den Puck einhändig, mit der andern Hand hielt er sich die Gegner vom Leib. Legendär die Szene, als der damalige EHC Biel – Präsident Willy Gassmann sich Bärtschi unter den Nagel riss. «Dir Urs, was bruuchet Ihr?» 120'000 Franken sollen es damals gewesen sein. Viel Geld zur damaligen Zeit. Aber Gassmann ging sofort auf den Deal ein.

 

Ebenso legendär Bärtschis Begründung für den Rücktritt aus der Nationalmannschaft nach dem Aufstieg in die A-Gruppe an der WM in Eindhoven 1986: «Gäge Fetisov spiele? Nei danke.»

 

Von 1992 bis Ende 2010 war Bärtschi mit wechselndem Erfolg im Nachwuchsbereich tätig. Unter anderem in Kloten, wo er Ende der Saison 2008/09 von Tomas Tamfal abgelöst wurde, und in Fribourg, wo er danach Alex Reinhard beerbte. Nach seinem Abgang im Dezember 2010 bei Gottéron blieb Bärtschi ohne Engagement im Eishockey. Zumindest ist keines bekannt.

 

Menschlich gilt Bärtschi als gemütlicher Typ, der eine grosse Gelassenheit ausstrahle, sagen Leute, die ihn kennen. Fast sei er «e chle e Tröchni», der kaum Emotionen zeige. Bei eigenen Torerfolgen zu seiner Aktivzeit habe er jeweils kaum den Stock gehoben. Kaum vorstellbar, dass der neue Assistent, der lediglich ein 50-Prozent Engagement eingegangen ist, die grossen Emotionen an die Bande der SCL Tigers bringt.

 

Die Auslese des Assistenten ist jeweils dem Headcoach vorbehalten. Nachdem Tomas Tamfal lange Zeit keinen Vorschlag machte, wurde ihm von der Sportkommission bis Montag, 30. September, 18.00 Uhr ein Ultimatum gesetzt, jemanden zu benennen.

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