Heute Abend in der Ilfishalle

Vorentscheidung oder Rebreak und Neulancierung der Serie?

Mit einem dritten Sieg können die SCL Tigers die Playoff-Halbfinalserie gegen den SC Langenthal heute Abend vorentscheiden. Tun sie dies nicht, werden bei den Oberaargauern positive Erinnerungen wach, die ihnen neue Kräfte verleihen und neue Hoffnungen wecken können.

News • • von Bruno Wüthrich

 

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Es ist viel Zunder in dieser Serie. (Bild: Susanne Bärtschi)

 

März 2012. Der SC Langenthal ist im Final der NLB-Playoff gegen den HC Lausanne klarer Aussenseiter und verliert das erste Spiel der Serie klar mit 1:6. Die Waadtländer doppeln nach und entscheiden auch Spiel 2, wenn auch erst in der Verlängerung. Die Serie steht 0:2 für den Favoriten und alles scheint seinen erwarteten Verlauf zu nehmen. Doch danach ist nichts mehr, wie es eigentlich sein sollte. 1:0 n.V, 3:1, 4:3 und 4:1 sind die resultate, die zur sensationellen Wende und zum ersten und bisher einzigen NLB-Meistertitel für den «kleinen» SCL führten. In der aktuellen Serie gegen die SCL Tigers liegen die Langenthaler erneut mit 0:2 zurück. Nichts deutete darauf hin, dass der Underdog die Serie noch wenden kann. Doch genau dies könnte geschehen, wenn die Langnauer es zulassen, dass ihre Gegner heute Abend den Sieg aus der Ilfishalle «entführen». Dann nämlich werden Campbell, Kelly, Tschannen & Co. Erinnerungen wach, die Flügel verleihen  können.

 

Es gibt noch eine weitere Gemeinsamkein zu 2012. In der 8. Minute des Eröffnungsspiels zu dieser Finalserie schicken die Schiedsrichter Markus Kämpfer und Stéphane Rochette den zuvor prügelnden Claudio Cadenau mit einer 5-Minuten + Spieldauerdisziplinarstrafe unter die Dusche. Das Spiel stand bis zu diesem Zeitpunkt 0:0, war jedoch nach Ablauf der fünfminütigen Unterzahl beim Stand von 0:3 vorentschieden, zumal der vierte Treffer Lausanner auf dem Fuss folgte (14.). Am vergangenen Sonntag in Langnau war es ebenfalls ein fünfminütiger Ausschluss gleich zu Beginn des Spiels, welcher dieses vorentschied (Schlussstand 10:2). Auch dies wäre für das Team von Jason O'Leary ein Omen, an welchem es sich aufrichten würde.

 

Derzeit erweckt jedoch nichts den Anschein, als würde der SC Langenthal die SCL Tigers ernsthaft herausfordern können, wenn diese Vollgas und mit voller Konzentration spielen. Dafür, dass dies der Fall sein dürfte, haben die Langenthaler mit ihren Aktionen und Attacken im zweiten Spiel gleich selbst gesorgt. Die SCL Tigers tun gut daran, nicht Gleiches mit Gleichem vergelten zu wollen, sondern sich mit spielerischen Mitteln, zu revanchieren. Denn nichts tut mehr weh, als nach einer Playoff-Serie mit vier Packungen aus vier Spielen in die Ferien geschickt zu werden. Dass die Langenthaler deutliche Resultate hassen wie der Teufel das Weihwasser, sieht man daran, dass sich Coach O'Leary nach dem ersten Spiel bei Bengt-Ake Gustafsson darüber beschwerte, dass dieser auch dann noch seine beste Powerplay-Formation aufs Eis schickte, als die Partie längst entschieden war. Gustafsson hatte danach ein Einsehen und schickte in Spiel zwei kurz vor Schluss die viertel Linie ins Powerplay, welche sich jedoch nicht lumpen liess und ebenfalls noch zwei Treffer drauf legte.

 

«Es ist nicht leicht, sich zu beherrschen, wenn du immer wieder Stockschläge einkassierst», erklärte Langnau Stürmer Thomas Nüssli nach dem zweiten Spiel. «Doch es gehört zu unseren Aufgaben, die Beherrschung zu bewahren, und dies ist uns in der Serie gegen Langenthal wesentlich besser gelungen als unserem Gegner». Der bald 33-jährige (12. März) hatte zum Abschluss der Qualifikation und während des PF-Viertelfinals zwei Krankheiten zu überstehen, meldete sich aber mit drei Toren aus zwei spielen eindrücklich zurück. «Zuerst erwischte mich die normale Grippe, und danach steckte mich mein Sohn mit Scharlach an. Wegen der Ansteckungsgefahr durfte ich nicht einmal mehr in die Ilfishalle. Doch nun bin ich wieder voll bei Kräften, und Torerfolge und Siege helfen natürlich bei der Rückkehr enorm». Nüssli ist für den weiteren Verlauf der Serie zuversichtlich. «Wir verfügen zweifellos über die Mittel, Langenthal zu schlagen. Aber wir müssen dran bleiben, uns nicht unnötig provozieren lassen und unser Ding durchziehen.»