Berner Zeitung, Philipp Rindlisbacher

Wenig Werbung für Trainer Tomas Tamfal

Die SCL Tigers haben das Heimspiel gegen Martigny 5:3 gewonnen – es war der erste Erfolg nach vier Niederlagen in Serie. Für Trainer Tomas Tamfal folgen weitere Schicksalsspiele.

Presse •

 

Freude zeigte Tomas Tamfal nur bedingt. 5:3 bezwangen die SCL Tigers Martigny, es war der Befreiungsschlag für den Absteiger und das erhoffte Erfolgserlebnis für dessen tschechischen Coach. Die Bilanz nach neun Spielen und einem Fünftel der NLB-Qualifikation ist dennoch ernüchternd. 12 Punkte haben die Langnauer lediglich geholt, sie belegen Rang 7. Auch gestern war bei ihnen wenig Organisation und Spielkultur zu sehen, dafür viel Verunsicherung spürbar.

 

Die Qualität der Partie war bescheiden, Individualisten (Rückkehrer Adrian Gerber und Claudio Moggi schossen jeweils zwei Tore) entschieden das Spiel. Stellt sich die Frage, ob der Sieg Tamfal den Job gerettet hat. Die Antwort lautet: vorerst ja. Es ist anzunehmen, dass sich die Langnauer Führungscrew heute beraten wird, zur Freistellung Tamfals vor dem nächsten Spiel in drei Tagen wird es aber nicht kommen.

 

Gustafsson im Stadion

Tamfal sprach nach dem Spiel gewohnt sachlich zu den Medien. Er lese keine Zeitungen, lasse sich nicht verrückt machen. «Wir kämpfen weiter», sagte der 46-Jährige. Und ja, er gehe davon aus, in Zukunft Langnaus Trainer zu sein. Am Montag hatte Geschäftsführer Wolfgang Schickli verlauten lassen, der Coach stehe nicht zur Diskussion. Dass mit Bengt-Ake Gustafsson (er führte Schweden zum Weltmeistertitel und Olympiasieg) ein vereinsloser Trainer in der Ilfishalle weilte, hatte gemäss Schickli keine Bedeutung. «Er wollte seinen Sohn spielen sehen.» Gustafsson bestätigte dies, allerdings klang er nicht sehr überzeugend.

 

Für Tamfal spricht, dass die Tigers zumindest in kämpferischer Hinsicht überzeugten. Es war zudem kein Vorteil, dass erneut kein Ausländer zur Verfügung stand. Kévin Hecquefeuille war noch nicht spielberechtigt. Weil Juraj Kolnik frühestens in einem Monat wieder einsatzfähig sein wird, suchen die Emmentaler einen ausländischen Stürmer, nach den Flops mit den Tschechen Josef Straka und Tomas Kurka dürfte der vom Agenten angebotene Pavel Rosa nicht die besten Karten haben.

 

Weiter verstärkt werden soll die Defensive, daher haben die Langnauer Verantwortlichen bei Biel-Coach Kevin Schläpfer angefragt, ob Christian Moser leihweise verfügbar wäre. Der ehemalige Langnauer hat bei den Seeländern wenig Einsatzzeit erhalten; ein Entscheid ist Ende Woche zu erwarten. Am Samstag gastieren die Tigers beim HC Thurgau. Es ist ein weiteres Schicksalsspiel.

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