Wird Pascal Pelletier zur Hypothek?

Blog • • von Bruno

 

Dank Option ist der schwächelnde Captain auch nächste Saison ein Tiger

 

Seine bisherige Saisonleistung ist durchzogen. Dies ist vorsichtig ausgedrückt. Am vergangenen Samstag gegen den EV Zug verbannte Tiger Coach John Fust seinen Captain auf die Tribüne, und die Tiger gewannen prompt erstmals in dieser Saison gegen die Innerschweizer. Nun zog Pascal Pelletier die einseitige Option, womit er auch für nächste Saison in Langnau unter Vertrag steht.SEPARATOR

 

Eine einseitige Option zu Gunsten eines Spielers ist eher selten. Eine solche Vereinbarung kann unter anderem deshalb eingegangen werden, um in den ersten Vertragsjahren Lohnkosten zu sparen (ich zahle dir etwas weniger Lohn, dafür gebe ich dir die Option). Es ist zu vermuten, dass dies in diesem Fall so ist. Den SCL Tigers bleibt nichts anderes übrig, als mit Pelletier auf die eine oder andere Weise zu planen. Dabei wäre es wichtig, auf den Ausländerpositionen einen Schritt vorwärts zu machen. Die Position des Frankokanadiers wäre wohl ohne Option die Schwächste gewesen. Aktuell stehen nebst Pelletier auch noch Torhüter Robert Esche, Verteidigungsminister Mark Popovic, sowie die beiden Flügel Vojtěch Polák und Kurtis McLean unter Vertrag. Esche wird die Tiger Ende Saison wohl verlassen. Den Wert von McLean müsste unbestritten sein. Der Topscorer der Langnauer rackert auch defensiv, wirft sich in Schüsse, ist sich auch sonst nicht für Drecksarbeit zu schade und erweist sich zudem als echter Leader. Vojtěch Polák ist erst seit Beginn dieses Jahres bei den Tigers, scheint jedoch eine Verstärkung zu sein. Gegen den EV Zug war er zweifacher Torschütze. Und mit Popovic ist die Defensive stabiler geworden. Es ist zu vermuten, dass Popovic, spielt er die ganze Saison, ebenfalls ein echter Gewinn für die Emmentaler sein kann. Sind John Fust und Ruedi Zesiger anderer Meinung, werden sie Popovic wohl durch einen andern Verteidiger ersetzen, denn das Wagnis ohne ausländischen Verteidiger werden sie wohl keine weitere Saison eingehen. Haben die Tiger beim Lohndrücken vor zwei Jahren ein Eigentor geschossen?

 

Nicht unbedingt. Pelletier hatte in der Saison 2010/11 (seiner ersten in Langnau) massgeblichen Anteil am Erreichen der erstmaligen Playoff-Qualifikation. Er spielte weitgehend stark und erwies sich immer als echter Leader und Antreiber. Deshalb stellten ihm Fust und Zesiger seine Freunde Joel Perrault und Robin Leblanc zur Seite, in der Hoffnung, die einst so erfolgreiche Sturmformation in der höchsten kanadischen Juniorenliga wieder aufleben zu lassen. Das Experiment funktionierte nicht, und Fust liess das Trio nur wenige Spiele lang gemeinsam auflaufen. Im November wurde Perrault nach Ambri abgeschoben und durch Popovic ersetzt, und es schien, als könne Pelletier mit der Abschiebung seines Freundes nicht umgehen. Seine ungenügenden Leistungen wirkten zumindest auf Aussenstehende wie unbewusster Trotz. Niemand wirft dem Kanadier bewussten Trotz oder gar Arbeitsverweigerung vor. Auch ich nicht. Aber irgend etwas läuft in dieser Saison schief mit Pelletier, und eigentlich ist nach seiner Leistung keine Vertragsverlängerung angesagt. Bei dieser Option hat allerdings Pelletier das Sagen, ob verlängert wird oder nicht.

 

Ruedi Zesiger könnte es jedoch auch so machen wie bei Brendan Brooks, welcher für die aktuelle Saison noch einen Vertrag gehabt hätte. Ihm wurde aber mitgeteilt , dass fortan nicht mehr mit ihm geplant werde, und schliesslich wurde ein neuer Arbeitgeber für Brooks gefunden. Der schlaue Geschäftsführer der SCL Tigers wird allerdings vorderhand den Teufel tun und bereits jetzt für Pelletier einen neuen Arbeitgeber suchen. Er wird sich auch hüten, irgendeine unbedachte Äusserung über den aktuellen Captain zu sagen. In der offiziellen Meidienmitteilung heisst es sogar, man freue sich, dass Pelletier den Tigers die Treue halte. Schliesslich können die Langnauer auf die wichtigste Saisonphase hin keine Polemik gebrauchen.

 

Aber es gibt noch eine andere Möglichkeit. Pascal Pelletier ist im besten Hockeyalter. Und er hat in Langnau bereits bewiesen, dass er zu mehr fähig ist, als er dies in dieser Saison zeigt. Beschäftigen die SCL Tigers mit Ausnahme von Robert Esche die gleichen vier Ausländer weiter, besteht keine Gefahr, dass irgendwann ein frankokanadischer Freund Pelletiers weg transferiert wird. Es besteht auch keine Hoffnung auf ein Wiederaufleben einer erfolgreichen Linie von drei Musketieren, welche sich dann zur Enttäuschung aller in Luft auflöst. Pelletier wird dann wieder ein ganz normaler ausländischer Arbeitnehmer sein, wie er dies in seinem ersten Vertragsjahr bereits war. Es ist nicht ausgeschlossen, dass der Captain wieder zu der wichtigen Figur im Teamgefüge der SCL Tigers wird, die er bereits einmal war. Das Zeug dazu hat er! Hopp Pascal!