Ziel erreicht - Verein aufgelöst

Die IG Eissporthalle Langnau überweist 220'000 Franken an die ISAG Die «Interessengemeinschaft Eissporthalle Langnau» sieht ihre Ziele verwirklicht und löst sich mit Wirkung Zeitpunkt Baubeginn Sanierung Ilfishalle auf.

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Ziel erreicht – Verein aufgelöst: Diese Schlagzeile war auch schon negativer belastet. In Frühjahr dieses Jahres erreichten die Huttwil Falcons mit dem Schweizermeister-Titel in der 1. Liga ihr sportliches Ziel. Statt in die NLB aufzusteigen, löste sich die Mannschaft auf. In Langnau ist jedoch die Botschaft von der Vereinsauflösung viel positiver behaftet. Die «IG Eissporthalle Langnau» formierte sich nach Bekanntwerden der Abwanderungsgelüste der damaligen Verwaltungsräte Heinz Soltermann, Hans Grunder und dem allseits beliebten Armin Müller. Vor allem Müller und Grunder zog es zeitweilig mit den SCL Tigers in den Raum Kirchberg/Lyssach, wogegen sich in Langnau mit der Gründung der IG der Widerstand formierte. Hans Grunder liess sich später umstimmen, Armin Müller fegte eine unschöne Affäre unter anderem rund um ausgebliebene Sponsorengelder aus dem Emmental.

 

Vereinsauflösung mit Sicherheitsklausel

Die Sanierung der Ilfishalle ist beschlossene Sache. Zwar gibt es keine neue Eissporthalle, sondern «nur» eine Sanierung. Aber das Konzept dieser Sanierung ist intelligenter und nachhaltiger als jedes der beerdigten Neubauprojekte. Die gefürchteten Einsprachen sowohl bei der Ilfishalle als auch an der Oberstrasse, wo die Curlinghalle und der Schwingkeller im Untergeschoss des alten Coop-Areals erstellt werden sollen, sind ausgebleiben. Da die Curler aber auch noch mit einem Projekt in Zollbrück liebäugeln, ist noch nicht sicher, ob die Curlinghalle tatsächlich an der Oberstrasse gebaut wird, und auch auf das grundbuchamtlich gesicherte Recht auf einen Verbleib in der Ilfishalle bis ins Jahr 2076 haben die Curler noch nicht offiziell verzichtet. Dieser Verzicht wird zwar allgemein erwartet und gilt nicht als gefährdet. aber der Vorstand der IG rund um Präsident Martin Jakob hat aus Sicherheitsgründen die Auflösung des Vereins mit Wirkung auf Baubeginn der Sanierung beschlossen. Auch das Vereinsvermögen wird erst zu diesem Zeitpunkt überwiesen. Am 24. März 2012 soll mit dem Abriss bestehender Anlagen und damit mit der Sanierung begonnen werden.

 

Bewegte Geschichte.

Die Geschichte der IG ist kurz, aber bewegt. Zuletzt ist es um den Verein still geworden. Mit der «Affäre Müller» hat sich die Frage nach dem Standort fast von selbst erledigt. Trotzdem ist die Frage berechtigt, ob die SCL Tigers ohne die IG noch in Langnau spielen würden. Immerhin gelang es den Leuten um Martin Jakob nicht nur, in Langnau einen Sturm der Entrüstung hervor zu rufen, sondern auch, in der Bevölkerung den Widerstand zu formieren. Im Dorf und in den umliegenden Gemeinden entstand ein Gemeinschaftsgefühl. Es entstand der Eindruck, dass ein Wegzug der SCL Tigers nicht kampflos akzeptiert würde. Hans Grunders politische Karriere hätte bei einem Wegzug abrupt geendet. Er wäre weder als Grossrat wieder gewählt, noch Nationalrat geworden. Zudem wäre wohl die BDP nie gegründet worden, und Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf würde wohl für die FDP der die CVP im Bundesrat sitzen.

 

Die IG sammelte im Jahr 2004 über 25'000 Unterschriften zugunsten der neuen Eisporthalle und eines Verbleibs der SCL Tigers in Langnau. Sie organisierte am 20. Juni 2004 eine «Landsgemeinde», an welcher 1'200 Personen teilnahmen, unter ihnen die drei Tigers-Verwaltungsräte Soltermann, Grunder und Müller. Ihnen dürfte an diesem Anlass mulmig zumute gewesen sein. Am 29. Juni 2004 dann der Beschluss: Die SCL Tigers bleiben in Langnau, sofern das Geld für die neue Eishalle bis Ende Jahr zusammen kommt. Inzwischen wissen wir: Das Geld kam nie zusammen. Aber die Tiger spielen wohl noch in Jahrzehnten in Langnau. Wie weit Hans Grunder & Co. von der Finanzierung ihrer Pläne entfernt waren, dokumentiert nicht nur Armin Müllers persönliches Debakel, sondern auch diese süffige Story:

 

Am 16. März 2009 findet im Saal des Kirchgemeindhauses eine Pressekonferenz statt, an welcher die Gemeinde Langnau, vertreten durch Gemeindepräsident Bernhard Antener, die ISAG (Ilfisstadion AG), vertreten durch deren Präsident Ulrich Sutter, die IG neue Eisporthalle Langnau, vertreten durch Präsident Martin Jakob, und die SCL Tigers AG, vertreten durch VR-Präsident Hans Grunder die Gründung der «Eis- und Sportzentrum Langnau AG» verkünden. Diese Gesellschaft sollte den Bau der Eissporthalle vorantreiben. Geplant war auch eine zweite Eishalle, auf welcher eine Dreifachturnhalle zu stehen kommen sollte. Die Baupläne sollten bis Ende Jahr eingereicht werden. Am Aktienkapital wollten sich die vier Parteien mit je 50'000 Franken beteiligen. Hans Grunder hatte an diesem Anlass seinen grossen Auftritt.

 

Nachdem die schriftlichen Zusicherungen aller Partner vorlagen, beschloss die IG als letzte der vier Partner anlässlich ihrer HV vom 17. April 2009, sich definitiv ebenfalls an der neuen Aktiengesellschaft zu beiteiligen und die 50'000 Franken einzuzahlen. Die AG kam trotzdem nicht zustande. Hans Grunder brachte es nicht fertig, seinen grossen Aurtritt zu bestätigen, und für die maroden SCL Tigers den zugesicherten Betrag einzuschiessen. Grunder warf ein paar Monate später nach einem von den Medien genüsslich ausgeschlachteten Sommertheater das Handtuch als Präsident der SCL Tigers, und Peter Jakob, der Bruder des IG-Präsidenten Martin übernahm. Es war das definitive Ende aller Neubauprojekte, aber der Biginn der erfolgreichen Geschichte rund um die Sanierung der altehrwürdigen Ilfishalle.

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