Wochen-Zeitung, Werner Haller

Zu wenig Feuer vor dem Feuerwerk

In zwei Wochen beginnt in der NLB das Playoff - der Höhepunkt, das Feuerwerk der Saison. Doch die SCL Tigers sind derzeit eine Mannschaft mit zu wenig Feuer.

Presse •

In zwei Wochen beginnt in der NLB das Playoff - der Höhepunkt, das Feuerwerk der Saison. Doch die SCL Tigers sind derzeit eine Mannschaft mit zu wenig Feuer.

Im Ilfisstadion feiern seit Mitte Januar nur noch die Besucherteams und deren Fans. 0:2 gegen Ajoie, 2:4 gegen Visp und 3:5 gegen Olten – drei Heimniederlagen in Serie. Insgesamt 15'000 Zuschauer unterstützten die SCL Tigers in den letzten drei Heimspielen wie gewohnt von der ersten bis zur letzten Minute und wurden jedes Mal schwer enttäuscht. Die meisten davon gingen nach den keineswegs zwingenden Niederlagen frustriert nach Hause und hatten keine Lust auf eine zusätzliche Konsumation. Mehrere tausend Franken blieben somit in den Portemonnaies und flossen nicht in die Kassen der SCL Tigers.


Die Art und Weise der Niederlagen

Frustrierend waren nicht die drei Niederlagen an und für sich, sondern die Art und Weise, wie sich die Mannschaft vor eigenem Publikum bezwingen liess. Mit zu wenig Feuer, Herz, Emotionen, Energie, Siegeswillen, Charakter und anderes mehr. Alles Grundvoraussetzungen um im dynamischen Eishockeysport Erfolg zu haben. Die jungen und mehr oder weniger unerfahrenen Spieler bemühten sich wie immer, ihr Potenzial so gut wie möglich auszuschöpfen. Sie erfüllten ihre Pflicht, was man – abgesehen von zwei, drei Ausnahmen – von den Leadern nicht sagen kann. Leader sind Führungsspieler, die Einsatz für Einsatz und Runde für Runde vorangehen, Impulse setzen und eine Mannschaft in die richtige Richtung lenken, ungeachtet ob es dieser läuft oder nicht läuft. «Die Besten müssen stets die Besten sein», lautet der Anspruch, den weltweit alle Eishockeytrainer an die sportlich und finanziell «Ranghöchsten» ihrer Mannschaften stellen. Die beiden schwedischen Coaches der SCL Tigers, Bengt-Ake Gustafsson und Peter Andersson, können dies von der Mehrheit ihrer Führungsspieler nicht sagen. Es ist ihnen bisher nicht gelungen, die Leader mit der erforderlichen Konstanz auf NLB-Spitzenniveau zu bringen und dort auch zu halten. Die Bestätigung lieferte das Heimspiel gegen Olten. Der NLB-Leader setzte mit Shayne Wiebe, Justin Feser (beide Ka), Paul DiPietro (Ka/Sz) und Marco Truttmann (Sz) gleich vier seiner sechs Topskorer mit einem Total von 166 Punkten nicht ein und gab zudem Juniorengoalie Robin Kuonen anstelle von Thomas Bäumle eine Chance. Die Langnauer traten ebenfalls nicht in bester Besetzung an. Aber sie taten weniger für den Sieg als die Oltener. Diese machten ihren Substanzverlust mit umso mehr Einsatz- und Laufbereitschaft und Kampfgeist wett. Sie sorgten mit ihrer intensiven Spielweise so lange für heftigen «Gegenwind», bis der Widerstand der Tigers gebrochen war. 



Vier Oltener Tore ohne Antwort


Auf die vier Oltener Tore von 1:3 auf 5:3 hatten die SCL Tigers keine Antwort. In Zukunft soll Thomas Nüssli die eine oder andere richtige Antwort finden. Der 32-jährige Stürmer von Thurgau soll mit den SCL Tigers einen Zweijahresvertrag abgeschlossen haben. Vor 14 Jahren wurde er vom NHL-Klub Vancouver gedraftet, aber er hat aus seinem unbestritten vorhanden gewesenen Talent bei weitem nicht das Maximum herausgeholt. Um ein Führungsspieler zu sein, fehlen ihm Biss, Durchschlagskraft bei «Gegenwind» und Konstanz. In den Saisons 2011/12 und 2012/13 bestritt er 31 NLA-Spiele für die Langnauer, erzielte fünf Tore und sechs Assists und eine Minus-9-Bilanz. Überzeugende Werte sehen anders aus.

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