Out im Cup gegen Rumpf-Biel

Im Schlendrian-Modus in die Niederlage

Die SCL Tigers scheiden im Cup auf völlig unnötige und dumme Art und Weise aus. Dabei meldete der EHC Biel insgesamt zehn abwesende Stammspieler. Doch den Langnauern fehlte heute die nötige Einstellung.

• von Bruno Wüthrich

Tiger-Hüter Ivars Punnenovs hatte auch heute viel zu tun, obwohl beim EHC Biel viele Titulare fehlten. Bild: Bruno Wüthrich

 

Spiele gegen eine Mannschaft, bei der die wichtigsten oder mehrere wichtige Spieler ausfallen, sind nie leicht. Denn diejenigen, welche die Stars ersetzen, sind bis in die Fingerspitzen motiviert. Und auch sie können Eishokcey spielen. Dies war auch heute beim EHC Biel so. Mit Fabian Lüthi, Damian Riat, Mike Künzle, Matthieu Tschantré, Luca Cunti, David Ullström, Yannick Rathgeb Anton Gustafsson, Michael Hügli, Damian Brunner, und Beat Forster fehlten dem EHCB gleich zehn Spieler, die unter normalen Umständen als Stammspieler aufgelaufen wären. Ersetzt wurden sie durch Spieler mit Namen wie Gilian Kohler, Roman Karaffa und Elvis Schläpfer. Letzterer ist der Sohn von Kevin Schläpfer, dem langjährigen Sportchef, Trainer und Hockeygott des EHC Biel.

Doch die Langnauer scheiterten nicht in erster Linie an den top-motivierten Junioren des EHCB, sondern an sich selbst. Wir brauchen auch gar nicht über vergebene Torchancen zu sprechen. Die gab es. Aber auf beiden Seiten. Doch wir müssen darüber sprechen, dass die Mannschaft über das ganze Spiel nie die richtige Einstellung fand. Und dies ist sehr ärgerlich! Gespielt wurde so, wie viele sogenannt normale Menschen am Montag arbeiten. Nämlich verschlafen, mit dem Kopf noch halb im letzten Wochenende und voller Sehnsucht auf das nächste, das leider noch fern ist. Wie harm- und zahnlos der Tiger heute war, beweist der Umstand, dass es nie gelang, den Gegner zu kontollieren. Dies lag vor allem an den Unkonzentriertheiten, mit denen zu Werke gegangen wurde. Dazu gehörten unnötige Scheibenverluste, Zuspielfehler, ein Wechselfehler, und leider für einmal auch eine nicht überragende Torhüterleistung. Was haben wir Ivars Punnenovs in dieser Saison schon alles zu verdanken. Er gewann für die SCL Tigers immer wieder Spiele. Würde er nicht immer wieder so starke Leistungen zeigen, gäbe es wohl mehr solche Spiele wie heute. Doch diesmal war es anders. Den ersten Gegentreffer muss er halten, Den zweiten könnte erzumindest halten und den vierten hätte er in Hochform wohl ebenfalls gehalten.

Doch eben: Der Schlendrian war überall. Immerhin glichen die Langnauer durch Chris DiDomenico (8.), Benjamin Neukom (36.) und Robbie Earl (46.) drei mal eine Bieler Führung aus. Beim EHCB eröffnete Toni Rajala mit einem Schuss von der blauen Linie das Skore für den EHC Biel (4.). Punnenovs hatte dabei freie Sicht und liess sich trotzdem überraschen. Der 19-jährige Gilian Kohler brachte mit seinem ersten Tor für die 1. Mannschaft des EHC Biel in einem Ernstkampf seine Mannschaft erneut in Führung (25.). Ihm gleich tat es der 20-jährige Roman Karaffa in der 43. Minute mit der dritten Führung. Auch er hatte zuvor noch nie in einem Ernstkampf für die 1. Mannschaft des EHCB getroffen. Die Entscheidung gelang dann in der 53. Minute Biels Österreicher Peter Schneider. Er traf haargenau ins Eck der näheren Torecke.

Wie im letzten Jahr im Halbfinal gegen die Lakers aus Rapperswil scheiterten die SCL Tigers auch heute wieder im Cup an einem "machbaren" Gegner. Man mag vom Cup halten, was man will. Aber er bietet auch den sogenannt kleinen Mannschaften wie den SCL Tigers die Gelegenheit, einen Titel zu gewinnen. Heute haben die Emmentaler die Gelegenheit, eine Runde weiter zu kommen, auf fahrlässige Weise vergeigt.

 

Swiss Ice Hockey Cup

SCL Tigers - EHC Biel 4:3 (1:1, 1:1, 2:1)

Tissot Arena, 3'105 Zuschauer. SR: Hebeisen/DiPietro, Progin/Gnemmi. Tore: 4. Salmela (Pouliot) 1:0. 8. DiDomenico (Huguenin, Ausschluss Karaffa) 1:1. 25. Kohler (Rajala) 2:1. 36. Neukom (Diem) 2:2. 43. Karaffa 3:2. 46. Earl (DiDomenico, Pesonen 3:3. 53. Schneider 4:3. Strafen: 2-mal zwei Minuten gegen den EHC Biel, 3-mal zwei Minuten gegen die SCL Tigers.

EHC Biel: Paupe; Saslmela, Ulmer; Moser, Kreis; Sataric, Fey; Prysi; Rajala, Pouliot, Kohler; Neuenschwander, Tanner, Schneider; Kessler, Fuchs, Holdener; Wüest, Karaffa, Schläpfer.

SCL Tigers: Punnenovs; Leeger, Glauser; Blaser, Schilt; Huguenin, Cadonau; Lardi; Sturny, Maxwell, Kuonen; Pesonen, Berger, DiDomenico; Neukom, Earl, Diem; Andersons, In-Albon, Rüegsegger.

Bemerkungen: Biel ohne Lüthi, Riat, Cunti, Tschantré, Ullström, Rathgeb, Gustafsson, Hügli, Brunner (alle verletzt), Staufacher, Forster, Künzle (abwesend). SCL Tigers ohne Gagnon, Dostoinov, Schmutz, Erni (alle verletzt), Melnalksnis, Bircher, Grossniklaus (Farmteams). SCL Tigers ab 58.40 ohne Torhüter.