Fast wäre es in Biel doch noch gut gekommen für die SCL Tigers. Aber eben nur fast. Letztendlich entschieden die beiden Gegentreffer gleich zu Beginn der Partie. Zu lange waren die Emmentaler zu harmlos.

Hier erzielt Julian Schmutz das 3:0 für die SCL Tigers gegen den HC Genf-Servette. Leider lief es zwei Tage später gegen den EHC Biel nicht so gut. Bild: Susanne Bärtschi.

 

Die SCL Tigers sind derzeit gut drauf. Mit Abstrichen gilt dies auch für die Partie gegen den EHC Biel, gegen welchen die Emmentaler in der vierten Begegnung erstmals in dieser Saison den Kürzeren zogen. Bei der 2:4 – Niederlage riss auch die drei Spiele andauernde (9 Punkte) Siegesserie. Ein Sieg gegen die Seeländer wäre wichtig gewesen im Hinblick auf eine nach wie vor mögliche Qualifikation für die Play Ins.

Mittlerweile können die SCL Tigers, was sie lange Zeit zumindest in der Qualifikation nie konnten: Wichtige Spiele gewinnen. Sie können es immer öfter, aber sie können es leider noch nicht immer. So wäre zum Beispiel die erste Partie aus der Doppelrunde gegen die Rapperswil-Jona Lakers eben auch eine wichtige Partie gewesen. Die Langnauer waren da jedoch indisponiert. Zwei Tage später klappte es dann auswärts. So konnten die Lakers zwar auf Distanz gehalten, aber nicht weiter abgehängt werden. Die verlorenen drei Punkte könnten im Kampf um die Play Ins ebenso fehlen wie die nicht gewonnenen Punkte in Biel.

Wohin der Weg in Biel führen würden, schien bereits nach fünf Minuten klar. Die einzige Strafe in dieser aufgrund der Brisanz bemerkenswert fairen Partie wurde bereits nach 56 Sekunden ausgesprochen. Sie betraf Vili Saarijärvi aufgrund eines Beinstellens. 42 Sekunden später stand es 0:1 aus Sicht der Gäste. Damian Brunner, der seinen Vertrag in Biel um ein weiteres Jahr verlängert hatte, bedankte sich mit diesem Treffer. Und keine drei Minuten doppelte Jérémie Bärtschi nach.

Zwar liessen sich die Tiger dadurch nicht aus dem Konzept bringen. Sie brachten die Partie weitgehend unter Kontrolle, ohne aber die Bieler in der Defensive beunruhigen zu können. Es war eher ein beidseitiges einander unter Kontrolle haben, einfach mit dem Unterschied, dass die Platzherren mit zwei Toren im Vorsprung lagen. Oder eben ab Spielmitte (32.) mit drei Treffern. Denn Gaetan Haas setzte mit einem sehenswerten Tor noch einen drauf. Die Partie schien endgültig gelaufen.

Doch dann explodierte für einmal nicht einer der üblichen Verdächtigen, sondern mit Oskars Lapinskis einer aus dem dritten Block. Dafür gleich zwei Mal innerhalb von gut drei Minuten (43. + 46.). Und danach wäre eben auch der Ausgleich noch möglich gewesen. Aber wie immer in solchen Situationen. Denjenigen, die aufholen müssen, läuft die Zeit in Windeseile davon. So schnell, wie die Sekunden für die Zurückliegenden zerfliessen, so zäh rinnen sie für jene dahin, die den Vorsprung halten müssen. Zuweilen wundert man sich, dass die Partie für beide Parteien gleichzeitig endet. Eventuell könnte man auch darauf mal eine Relativtätstheorie aufbauen. Man bräuchte dafür nicht Albert Einstein zu heissen.

Dass die SCL Tigers eigentlich gut drauf sind, beweist nicht nur das letzte Drittel in Biel. Auch die Art und Weise, wie sie zwei Tage zuvor den Meister vernascht hatten, spricht diese Sprache. Zwar hatte Genfs Starting Goalie Robert Mayer nicht seinen besten Abend und wurde deshalb auch nach 20 Minuten beim Stand von 3:0 für die Emmentaler ausgewechselt. Aber in die Nähe eines Teilerfolgs kam der HC Genf-Servette in der Folge trotzdem nicht. Im Gegenteil: Zu Beginn des Schlussdrittels zogen die Tiger sogar auf 4:0 davon. Erst danach kamen auch die Gäste noch zu zwei Treffern. Nervös machen liessen sich die Langnauer allerdings nicht mehr.

Nervös machen dürfen sich die Tiger aber auch nicht wegen der Niederlage in Biel. Diese dürfte ärgern, denn die Erkenntnis, dass 10 Minuten Eishockey spielen für einen Sieg im Seeland nicht reicht, kommt zu spät. Die Punkte sind weg. Andererseits hat man gesehen, dass auch höher gehandelte Teams ins wanken kommen, wenn die SCL Tigers ihre Stärken in Sachen Disziplin und Leidenschaft ausspielen. Es ist immer noch möglich, ein höher gesetztes Ziel als lediglich den Ligaerhalt zu erreichen. Wie wäre es zum Beispiel morgen Dienstag Abend gegen Davos? Anders als in Biel die erste Niederlage könnte man gegen die Bündner den ersten Sieg der Saison realisieren.