SCL Tigers mit Drei-Punkte-Wochenende:

Drei Niederlagen sind noch keine Krise

Die SCL Tigers finden in Kloten nach vier Spielen ohne Sieg zum Gewinnen zurück. Einen wichtigen Schritt hierfür machen sie aber bereits am Vortag gegen Biel.

Diese Szene aus dem Schlussdrittel haben sich die Schiedsrichter nochmal angesehen. Doch es war kein Tor. Die SCL Tigers waren allerdings nicht nur diesmal nahe am Ausgleich, der dann schliesslich 72 Sekunden vor Schluss doch noch fiel. Bild; Susanne Bärtschi.

 

Wieso ist im Titel von drei Niederlage die Rede? Es waren doch vier. Nach der knappen Heimniederlage gegen den HC Davos (3:4) waren die Emmentaler in Freiburg und Lausanne chancenlos, und am vergangenen Freitag folgte im Heimspiel gegen den aufsässigen EHC Biel die vierte Niederlage in Folge. Diese allerdings erst nach dem Penaltyschiessen, in welchem der aufgelegte Sieg noch aus den Händen gegeben wurde.

«Aufgelegter Sieg» ist vielleicht etwas gar weit aus dem Fenster gelehnt, wenn man bedenkt, dass der Ausgleich durch André Pettersson zum 3:3 erst 72 Sekunden vor Schluss gelang, als Torhüter Luca Boltshauser durch einen sechsten Feldspieler ersetzt worden war. Aber weil Biels Coach Martin Filander die Coaches Challenge nahm und damit falsch lag, hatte dies eine Strafe zur Folge und die SCL Tigers nahmen den Rest des Spiels (und danach die ersten Sekunden der Verlängerung) in Überzahl in Angriff. Sie suchten aber den Sieg zu überhastet und machten nichts aus diesem Vorteil. Auch das Penaltyschiessen begann optimal. Wiederum Pettersson und Topscorer Dario Rohrbach sorgten für eine beruhigende 2:0 – Führung. Doch am Ende hiess es 2:3 (bzw. 3:4 in der Gesamtschau).

Der Sieg des EHCB war allerdings über die ganze Partie betrachtet nicht unverdient, auch wenn man dies im umgekehrten Fall auch von Langnau hätte sagen können. Zwar hätte das mit 0;1 verlorene Startdrittel eigentlich den Langnauern gehören müssen, denn sie waren das aktivere Team und hatten die besseren Chancen. Aber im Mitteldrittel war es genau umgekehrt. Und eben: der Ausgleich kam erst kurz vor Schluss, und nachdem in der Verlängerung die Strafe gegen Biel abgelaufen war, wären sie das aktivere Team.

Trotzdem war dieser eine Punktgewinn für die Emmentaler wichtig, denn die der vorhergehenden Spiele endeten punktelos, wobei man in Freiburg und Lausanne weit von Punkten entfernt war. Die Partie gegen den EH Biel zeigte, dass die Mannschaft wieder bei den Leuten war. Der späte Ausgleich gab einen Boost, der zwar wegen Übereifer nicht vollständig ausgenutzt werden konnte. Ein Penaltyschiessen ist aber immer auch eine Lotterie. So half dieser späte Ausgleich, mit einem besseren Gefühl nach Kloten zu reisen. Immerhin waren die Zürcher gerade im Flow. Denn aus deren letzten drei Spielen resultierten drei Siege und acht Punkte. Dabei wurden der HC Lausanne und der SC Bern auswärts bezwungen. Die Tiger stoppten damit ein Team, das gerade vor Selbstvertrauen nur so strotzte. Dass es wiederum die Lotterie Penaltyschiessen war, welche die Partie entschied, ist Nebensache. André Pettersson, der schon am Vortag sowohl im Spiel als auch im Penaltyschiessen getroffen hatte, wiederholte beides in dieser Partie (Schütze zum 2:0 im Spiel und Schütze des einzigen Penaltys). Pettersson, der die ersten vier Spiele verletzungshalber noch verpasste, steht mittlerweile (ohne seine Penaltytreffer) bei vier Toren. Er ist also gut in der Mannschaft angekommen und könnte sich als Glücksgriff von Sportchef Pascal Müller erweisen.

Ebenfalls erwähnenswert: Das Spiel in Kloten war der dritte Einsatz von Robin Meyer im Tor der SCL Tigers. Nach dem Sieg auswärts in Zug und der Niederlage in Freiburg war der Erfolg in Kloten bereits der zweite Sieg von Meyer im Dress der Tiger (92,59 % Savequote in Kloten). Das dürfte ihm Selbstvertrauen geben.

In der kommenden Woche stehen die Heimspiele gegen Genf-Servette und Ajoie, sowie am Samstag das Derby in Bern auf dem Programm. Eine interessante Woche also. Im Spiel vom Dienstag kommt es zum Wiedersehen mit Stéphane Charlin (wenn er denn eingesetzt wird) und Vili Saarijärvi, also zwei, die in der erfolgreichen letzten Saison eine wichtige Rolle in Langnau gespielt haben. Danach die Partie gegen den Tabellen-Vorletzten HC Ajoie. Die Jurassier liessen mit einigen überraschenden Resultaten aufhorchen und grüssen für einmal – und das nach neun Runden – nicht vom Tabellenende. Und dann der SC Bern, bei dem die Tormaschine irgendwie am Stottern ist. In den ersten sieben Spielen haben die Mutzen erst neun Tore erzielt. Allerdings haben sie auch erst deren 12 erhalten. Hier gilt es mit einer disziplinierten Spielweise (wie in jedem Spiel) dafür zu sorgen, dass das Stottern in Bern noch ein wenig weiter geht.