Deftige Klatsche

Nichts zu bestellen gegen die ZSC Lions

Klatsche für die SCL Tigers gegen die ZSC Lions. Dabei reicht den Zürchern eine konzentrierte Leistung ohne zu brillieren. Damit gewinnen die Langnauer erstmals nach sieben Partien keine Punkte.

Spielbericht • • von Bruno Wüthrich

Da war die Welt der SCL Tigers noch in Ordnung. Denn hier entsteht gerade der Treffer zum 1:0 für die Langnauer. Pascal Berger wird Sekundenbruchteile später die Scheibe über die Linie drücken (5.). Bild: Bruno Wüthrich.

 

Eigentlich war die Partie nach dem ersten Drittel bereits entschieden. Nach dem ersten Drittel, werden Sie sich fragen. Da stand es doch erst 1:2 und es waren noch 40 Minuten zu spielen. Wie kann das sein? Und doch stehen nach dem Gegentreffer zum 1:2 lediglich drei Sekunden vor Ende des Startdrittels die Zeichen auf Niederlage. Harri Pesonen lässt sich im gegnerischen Drittel den Puck abnehmen. Auch Yannick Blaser sieht in dieser Szene nicht gut aus. Hollenstein und Suter ziehen davon. Letzterer erzielt die bereits erwähnten drei Sekunden vor Ablauf des Startdrittels den erstmaligen Führungstreffer für die Gäste. Erinnerungen an die letzte Partie in Fribourg werden wach. Auch dort schienen sich die Langnauer zeitlich verschätzt zu haben. Sekunden vor Schluss eines Abschnitts schiesst doch niemand mehr ein Tor. Doch auch damals erzielten die Fribourger noch eines. Es war der Anschlusstreffer zum 2:3 in einer Partie, in welcher die Langnauer drei Mal mit zwei Toren führten, und trotzdem noch verloren.

Heute führten sie nur einmal. In der 5. Minute zeigten sich die Tiger präsent vor dem Zürcher Tor, setzten nach. Schliesslich war es Captain Pascal Berger, der die Scheibe über die Linie drückte. Die Löwen reagierten prompt und dominierten die Langnauer danach in allen Zonen, doch die Tiger hielten vorerst stand, auch weil Yannick Blaser einmal mehr seine Knochen hinhielt, um Pucks abzuwehren. Doch in der 11. Minute war es dann doch so weit. Nolan Diem wurde in die Kühlbox geschickt und die Zürcher benötigten gerade mal 12 Sekunden, um auszugleichen. Maxim Noreau passt an der blauen Linie zu Fredrik Pettersson. Der trifft per Onetimer in die entfernte tiefe Torecke. Punnenovs ist absolut machtlos.

Die Führung der Gäste nach dem Startdrittel ging absolut in Ordnung. Gespannt war man, wie die Tiger das späte Gegentor wegstecken würden. Vorerst gut. Zumindest hielten sie dem Ansturm der Gäste bis fast zum Ende des Mitteldrittels stand, und kamen sogar zu einigen raren Gelegenheiten, allenfalls tatsächlich auszugleichen. Die beste davon hatte Chris DiDomenico, doch der abwanderungswillige Kanadier traf aus spitzem Winkel das leere Tor nicht. In der 39. Minute setzte Chris Baltisberger mit seinem 1:3 allen Spekulationen über den Ausgang dieser Partie ein Ende. Auch dieser Treffer fiel bei Überzahl Zürich. Langnaus Stefan Rüegsegger sass wegen Beinstellen. Das Schlussdrittel war dann noch ein Schaulaufen der Gäste. Die Treffer fielen teilweise sehr billig.

Den ZSC Lions, denen anzumerken war, dass sie unbedingt gewinnen wollten, genügte eine konzentrierte Leistung ohne jede Brillanz zum Erfolg. Der grosse Knackpunkt bei den Langnauern war der späte Gegentreffer zum 1:2. Dies bestätigte der eisenharte Verteidiger Yannick Blaser nach der Partie zwar nur teilweise. «Dieser Gegentreffer nahm uns schon etwas den Schwung. Aber das kann keine Entschuldigung sein, zumal wir vor heimischem Publikum verloren haben. Wir müssen die Partie jetzt analysieren und schauen, was falsch gelaufen ist. Und dann gehen wir am Dienstag nach Zürich, um dort zu gewinnen.»

Trist war trotz Eero Elo auch das Langnauer Überzahlspiel. Der Finne wurde extra zurückgeholt, um das Powerplay zu befeuern. Vorerst ohne sichtbare Wirkung. Ein detail am Rande: Sein Leibchen mit der Nummer 84 ist auch drei Wochen nach Bekanntgabe seiner Rückkehr nicht eingetroffen. Er spielte immer noch namenlos mit der Nummer 94. Auch wenn dies mit deren Ausgang nichts zu tun hatte, passte dieses Versäumnis der Büromannschaft halt zu dieser Partie.

 

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SCL Tigers - ZSC Lions 1:6 (1:2, 0:1, 0:3)

Ilfishalle, 5'886 Zuschauer. SR: Müller/Kaukokari, Kovacs/Obwegeser. Tore: 5. Berger (DiDomenico) 1:0. 11. Pettersson (Noreau, Ausschluss Diem) 1:1. 20. (19.57) Suter (Hollenstein) 1:2. 39. C. Baltisberger (Ausschluss Rüegsegger) 1:3. 45. Hollenstein (Trutmann) 1:4. 48  Noreau (Bäckman, Pettersson) 1:5. 51. Schäppi (Pedretti) 1:6. Strafen: 3-mal zwei Minuten gegen die SCL Tigers, 4-mal zwei Minuten gegen die ZSC Lions.

SCL Tigers: Punnenovs; Leeger, Cadonau; Lardi, Erni; Huguenin, Blaser; Grossniklaus; Schmutz, Maxwell, Elo; Pesonen, Berger, DiDomenico; Neukom, N. Diem, Kuonen; Sturny, In-Albon, Rüegsegger.

ZSC Lions: Ortio; Marti, Noreau; Geering, P. Baltisberger; Berni, Trutmann; Blindenbacher; Backman, Suter, Pettersson; Hollenstein, D. Diem, Bodenmann;Wick, Prassl, C. Baltisberger; Pedretti, Schäppi, Sigrist; Simic.

Bemerkungen: SCL Tigers ohne Dostoinov, Schilt, Glauser (alle verletzt), Gagnon, Earl (überzählige Ausländer), Melnalksnis, Andersons, Bircher (Parnerteams). ZSC Lions ohne Roe, Krüger, Flüeler (alle verletzt), Sutter (überzählig). 49. Lattenschuss Bodenmann.