Ein Punkt gegen Servette

SCL Tigers überzeugen trotz Niederlage

Heute wurde keinem der beiden Torhüter langweilig. Hier rettet Ivars Punnenovs. Bild: Bruno Wüthrich.

 

Was für ein Spiel! Servette, der heutige Gegner der SCL Tigers, ist, zumindest was die Form der Mannschaften betrifft, derzeit ein ganz anderes Kaliber als es gestern der HC Lugano war. Läuferisch hervorragend, immer am Mann, intensiv und mit viel Potential, das sind die Genfer, ihres Zeichens vor wenigen Monaten noch Playoff-Finalist. Und sie scheinen nicht schwächer geworden zu sein.

Zunächst schienen - dies eine Parallele zum gestrigen Spiel - die Langnauer keinen Stich zu haben. Folgerichtig dann der Führungstreffer der Genfer, der in Überzahl fiel. Henrik Tömmernes zog von der blauen Linie ab und traf die tiefe untere Torecke. Es war in den ersten Minuten längst nicht die einzige Tormöglichkeit der Gäste. Doch über den Kampf, und auch dank der hervorragend aufgelegten Söldner, fanden die Tiger nach und nach besser in die Partie. Ein erstes Zeichen in Richtung Genfer Tor entsannte Jesper Olofsson. In der 15. Minute kam er in der gegnerischen Zoen an die Scheibe und zog sofort von der Seite her in Richtung Gatier Descloux. Dieser verschob aber blitzschnell und erwies sich damit in dieser Szene als unüberwindbares Hindernis.

Zu Beginn des Mitteldrittels der nächste Dämpfer für die Einheimischen. Stephane Patry erkämpfte sich im Drittel der Langnauer die Scheibe, bediente Tyler Moy, welcher sich durchsetzte und eiskalt reussierte. Zu diesem Zeitpunkt war man sich nicht sicher, ob die Langnauer nach dem gestrigen Überraschungssieg nicht vielleicht heute brutal auf den Boden der Realität zurück geholt würden. Doch es sollte anders kommen.

Starke Ausländer

In der 25. Minute kam Larri Leeger zu einer Riesenchance. Aber er traute sich den Abschluss wohl nicht zu und wollte nochmals abspielen. Sein Pass kam nicht an und so war diese Chance vergeben. Aber noch in der gleichen Minute schickte der gleiche Leeger seinen Teamkollegen Jesper Olofsson tief. Dieser erlief sich den Puck und zog aus spitzem Winkel direkt ab. Der Anschlusstreffer. Und in der 31. Minute kam es sogar noch besser. Im Powerplay zog erneut Olofsson nach einem Zuspiel von Anthony Huguenin direkt ab und erzielte den Ausgleich. Von nun an war alles möglich.

Erneuter Ausgleich in Unterzahl

Doch drei Minuten später gingen die Genfer erneut in Führung. Joel Vermin erzielte den Treffer auf Zuspiel des Genfer Topscorers Valtteri Filppula. Und es drohte noch schlimmeres Ungemach. Denn eine Minute vor der Pause musste Samuel Erni auf die Strafbank. Würde die Entscheidung noch im Mitteldrittel fallen? 

Doch bereits in Lugano realisierten die Langnauer einen Treffer in Unterzahl. Und weil daraus besonders viel Freude entsteht, wollten es die Tiger gleich nochmal erleben. Harri Pesonen sorgte für eine unübersichtliche Situation vor dem Genfer Tor, wovon Aleksi Saarela 11 Sekunden vor der Sirene zu profitieren wusste.

Der Traum vom zweiten Sieg

Und es wurde noch besser. Denn Saarela hatte noch Tor- und Siegeshunger. Daniel Winnik hatte soeben eine Strafe kassiert und bereits 14 Sekunden später zappelte die Scheibe im Netz. Was Pesonen und Saarela in Unterzahl konnten, konnten sie genauso gut im Powerplay. Die Tiger gingen erstmals in Führung.

Doch nun reagierten die Genfer wieder. Sie hatten doch bis zu diesem Zeitpunkt wirklich gut gespielt und drohten nun zu verlieren. Nach einer schönen Kombination gelang Filppula auf Zuspiel von Vermin der Ausgleich. Danach entwickelte sich ein sehenswerter Schlagabtausch. Beide Mannschaften suchten vehement den Sieg, bis eine Strafe gegen Larri Leeger den Schwung der Tigers bremste. Zu viert mussten sie nun versuchen zu verhindern, dass ihnen der Match nicht so spät noch total entglitt. Mit vereinten Kräften schafften sie dies.

In der Verlängerung monopolisierten die Genfer den Puck geschickt und erarbeiteten sich einige gute Chancen. Doch das Penaltyschiessen musste entscheiden. Hier trafen die Genfer drei Mal, während für die Langnauer nur Saarela traf. Olofsson und Petrini scheiterten jeweils am Pfosten.

Langnau macht Freude

Wenns läuft, dann läufts. Daran ändert auch die Niederlage nach Penaltys nichts. Der Start ist für die Tiger überraschend gut geglückt. Denn ein leichtes Startprogramm sieht wahrlich anders aus. Bereits jetzt kann man sagen, dass Sportchef Marc Eichmann bei sämtlichen seiner Entscheidungen, und insbesondere bei den Ausländern und beim Coach, eine äusserst gute Nase bewiesen hat. Je zwei Tore von Olofsson und Saarela, zwei Assists von Pesonen und ein Assist von Grenier zeugen von der starken Präsenz der Imorts, die aber nicht nur nach vorne gut arbeiten. Un ihrem sog wachsen auch ihre Mitspieler. Solche Spiele wie an diesem Wochenende sind gut für das Selbstvertrauen. Die Tiger werden sich gegen jeden Gegner eine Siegchance ausrechnen. Sie werden uns Freude bereiten.

 

SCL Tigers - HC Genf-Servette 4:5 n.P.  (0:1, 3:2, 1:1)

Ilfishalle, 4'258 Zuschauer. SR: Tscherrig/Hürlimann, Stalder/Burgi. Tore: 8. Tömmernes (Winnik, Filppula, Ausschluss Huguenin) 0:1. 22. Moy (Patry) 0:2. 25. Olofsson (Leeger) 1:2. 31. Olofsson (Huguenin, Grenier, Ausschluss Patry) 2:2. 34. Vermin (Filppula, Maurer) 2:3. 40. (39.49) Saarela (Pesonen, Schilt, Ausschluss Erni!) 3:3. 50. Saarela (Olofsson, Pesonen, Ausschluss Maurer) 4:3. 55. Filppula (Vermin, Jacquemet) 4:4. Strafen: 5-mal zwei Minuten gegen die SCL Tigers, 4-mal zwei Minuten gegen Servette.

SCL Tigers: Punnenovs; Huguenin, Leeger; Blaser, Erni; Grossniklaus, Schilt; Zryd; Pesonen, Saarela, Petrini; Olofsson, Grenier, Loosli; Sturny, Schmutz, Berger; Salzgeber, Diem, Schwery; Lapinskis.

Servette; Descloux; Tömmernes, Jacquemet; Smons, Völlmin; Maurer, Ugazzi; Guignard; Winnik, Pouliot, Vouillamoz; Rod, Filippula, Vermin; Smirnovs, Jooris, Moy; Patry, Berthon, Antonietti; Riat.

Bemerkungen: SCL Tigers ohne Weibel (verletzt, Elsener, Guggenheim (überzählig), Melnalksnis, Stettler, Kurt, Aeschbach (Partnerteams). Servette ohne Tanner, Mercier, Karrer, Miranda, Le Coultre (alle verletzt)