Der Tiger ist gut drauf:

Aber die Qualifikation fürs Play In wird schwierig

Keine Frage: die SCL Tigers sind aktuell das Team der Stunde. Acht Siege aus den letzten elf Spielen sprechen eine deutliche Sprache. Das ist ein Spitzenwert. Und doch könnte es mit der Qualifikation für das Play In schwierig werden. Denn mit dem Trainerwechsel hat der EHC Biel die Voraussetzungen verändert.

Blog • • von Bruno Wüthrich

Hier erzielt der Finne Harri Pesonen das wichtige 1:0 für die SCL Tigers in der Partie gegen den EV Zug. Vorausgegangen war ein sehenswertes Solo des Amerikaners Sean Malone. Bild: Susanne Bärtschi.

 

Medienraum SCL Tigers, Sonntagabend, ungefähr 19.00 Uhr: Die anwesenden Journalisten diskutieren vor der Partie der SCL Tigers gegen den EV Zug über die Ausgangslage für den Rest der Saison. Einer sagt, dass wenn der EHC Biel noch mitreden will im Kampf um das Play In, müsse der Trainer weg. Ungefähr 10 Minuten danach vermeldet ein anwesender Fotograf, der am Laptop arbeitet, soeben sei per Mail vermeldet worden, dass der EHC Biel seinen Trainer entlassen habe.

Die SCL Tigers haben zu diesem Zeitpunkt bei gleich vielen Spielen zwei Punkte Rückstand auf die Seeländer. Es sind - das Spiel gegen den EVZ eingerechnet - noch drei Partien zu absolvieren. Spätestens danach wissen wir, wer es ins Play In geschafft hat. Die Emmentaler haben es nicht mehr in den eigenen Händen. Aber wenn sie fleissig punkten, üben sie Druck auf ihre Konkurrenten aus. Neben dem EHC Biel ist auch noch Ambri in Reichweite. Doch die Leventiner sind wohl schwierig einzuholen. Sie haben zu diesem Zeitpunkt bei gleich vielen absolvierten Spielen fünf Punkte Vorsprung. Doch mit der Dreipunkteregel ist vieles möglich.

In der Verfassung, in welcher der EHC Biel noch unter seinem Trainer Matikainen steckte, hätte man darauf wetten können, dass die Seeländer nicht hätten reagieren können, wenn Langnau gepunktet und an ihnen vorbeigezogen wäre. Doch der Trainerwechsel verändert die Voraussetzungen. Nun werden wir wieder einen anderen EHC Biel zu sehen bekommen. Doch dessen Gegner bleiben schwierig. Sowohl der HC Davos (Spiel am Donnerstag in Biel) als auch Servette (Am Montag in Genf) brauchen noch dringend Punkte, wenn sie den direkten Sprung in die Playoffs noch schaffen wollen, und auch der HC Lugano (am Samstag in Biel) möchte den SCB nicht noch an sich vorbeiziehen lassen und hat wie dieser, auch noch Davos und Servette im Nacken. Andererseits liegt mit dem EV Zug, der zuletzt sieben Mal in Serie verlor, noch in Reichweite Luganos. Rang 4 ist für die Südtessiner noch möglich (das punktgleich auf Rang 3 liegende Lausanne ist derzeit deutlich besser drauf und wird sich von Lugano wohl nicht mehr einholen lassen).

Die SCL Tigers haben die erste Aufgabe mit dem Sieg über den EV Zug souverän gemeistert. Vom ersten Augenblick dieses Spiels an ist klar, dass der Tiger an diesem Abend gut drauf und gefräsig ist. Die Emmentaler weisen nun mit acht Siegen aus den letzten 11 Spielen einen Spitzenwert aus. Sie haben in dieser Zeit 23 Punkte gesammelt und im Schnitt 2,09 Punkte realisiert. Hätten sie diesen Wert über die ganze Saison, würden sie hinter den ZSC Lions auf Rang 2 liegen und hätten die Playoffs längst auf sicher. Aber dieser Wert zeigt eben auch, dass die Mannschaft von Thierry Paterlini derzeit sehr gut drauf ist und im Play In und möglicherweise später sogar in den Playoffs ein gefährlicher Gegner sein könnte. Und was gäbe es schöneres, als nach vier Niederlagen in der Qualifikation den HC Ambri-Piotta in die Ferien zu schicken.

Aber zuvor müssen die Emmentaler gegen zwei Mannschaften aus dem Kanton Zürich bestehen. Am Samstag ist ein Sieg gegen den EHC Kloten Pflicht, aber leider nicht so einfach zu realisieren. Kloten hatte zuletzt Mühe, aber jetzt geht es für sie nur noch darum, hinsichtlich der Playouts Selbstvertrauen zu tanken. Punkte sind absolute Nebensache, aber Siege sind für sie wichtig. Schwierig abzuschätzen, wie es so eine Sache ist mit dem Druck, welche sich diese Mannschaft selbst auferlegt. Klar ist, dass Kloten in der aktuellen Verfassung gegen das zuletzt erstaunlich erfolgreiche Ajoie in den Playouts nicht der Favorit wäre. Siege gegen Rapperswil (Do), Langnau (Sa) und Ambri (Mo) wären deshalb willkommen und wichtig.

Die SCL Tigers weisen aktuell bei einem Spiel mehr einen Punkt Vorsprung auf den EHC Biel aus. Zudem liegen sie in den Direktbegegnungen vorne, was bei Punktgleichheit zu ihren Gunsten den Ausschlag geben würde. Biel muss als an Langnau vorbeiziehen, wenn es ins Play In will. Das heisst, wenn Langnau gegen Kloten drei Punkte holt, benötigt der EHC Biel aus seinen letzten drei Spielen fünf Punkte, um am Tiger vorbeizuziehen. Noch nicht berücksichtigt ist, dass auch die Emmentaler am Montag noch ein Spiel zu absolvieren haben. Zürich ist eine der beiden Mannschaften, gegen welche die Tiger noch nicht gewonnen haben. Und es ist die einzige Mannschaft, welche noch keine Punkte nach Langnau geliefert hat. Es wäre Zeit, diesen Umstand im letzten Spiel der Qualifikation noch zu ändern.

Möglich, dass ein Sieg in Zürich noch nötig wird.