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«Die WM kann nichts mehr retten»

Die Nati hat das letzte Camp vor der WM begonnen. Mit dabei Langnau-Absteiger Simon Moser (24). Dieser nagt noch immer an der Relegation mit den SCL Tigers.

Presse • • von Peter Berger

20 Minuten: Simon Moser, haben Sie den Abstieg mit den SCL Tigers verdaut?
Simon Moser:
Die vergangene Woche war nicht einfach. Es fällt schwer, zu begreifen, dass es das gewesen ist. Ich hoffe, die Trainings mit der Nati lenken mich nun ab und bringen mir den Spass am Eishockey zurück.

 

Was war schlimmer, der Abstieg oder der Kreuzbandriss an der letzten WM im zweiten Spiel nach zwei Toren?
Eindeutig der Abstieg. Das will ich nie mehr erleben. Die Verletzung betraf nur mich, der Abstieg dagegen einen ganzen Klub, sogar eine ganze Region. Der persönliche Frust ist gross, aber es tut mir besonders leid für Langnau und das ganze Emmental.

 

Haben Sie eigentlich noch genügend Motivation, um die WM zu bestreiten?
Ja, sicher. Wenn es denn so weit kommt. Das definitive Kader steht bekanntlich noch nicht. Aber ich habe jedenfalls Freude, dass ich aufgeboten worden bin.

 

Sie sind der einzige NLB-Spieler im Team.
Ja, quasi. Oder sagen wir, zumindest ein vertragsloser Spieler. Denn mit dem Abstieg hat sich der Vertrag mit dem SCL automatisch aufgelöst.

 

Die WM kann Ihre Saison retten.
Retten kann sie nichts mehr, wir sind mit den Tigers unten. Aber sie könnte einen versöhnlichen Abschluss bilden.

 

Und sie kann Ihre Zukunft beeinflussen.
Wenn ich denn letztlich dabei bin, wird die WM sicher auch ein Schaufenster sein.

 

Wie sieht die Tendenz aus; ein Wechsel zum SC Bern oder eher nach Nordamerika?
Klar ist für mich nur, dass ich Langnau verlassen werde. Es gibt verschiedene Interessenten aus der NLA. Aber ich muss zuerst alles analysieren. Es gilt verschiedene Dinge zu berücksichtigen, zumal nächstes Jahr auch eine Olympia-Saison ist. Aber Nordamerika wäre sicher ein Ziel.

 

Was erwarten Sie von der Nati an der WM?
Wie gesagt, das Kader steht noch nicht. Ich weiss nicht, ob ich dabei sein werde. Doch es wird bestimmt so sein, dass jede Partie wichtig sein wird. Jedes Spiel kann uns in den Viertelfinal bringen, oder eben nicht.

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