Rang 10 - Mission impossible für die SCL Tigers?

FANTIGER zeigt, wie es klappen kann

Machen wir uns nichts vor: Neun, bzw zehn Punkte aufzuholen in nur sechs Spielen, wird sehr schwer. Die Chancen stehen bei höchstens 20 Prozent. Wir zeigen, was geschehen muss, dass es trotzdem klappt.

Blog • • von Bruno Wüthrich

Der Teletext zeigt die schwierige Ausgangslage der SCL Tigers gnadenlos auf. Doch etwas Hoffnung ist trotzdem angesagt. Im Eishockey ist vieles möglich.

 

Egal, wie die SCL Tigers diese Saison sportlich abschliessen: Wirtschaftlich wird es wohl die erfolgreichste sein in der 70-jährigen Geschichte des Klubs, bzw. des Unternehmens. Fast die Hälfte aller Heimspiele waren ausverkauft, die Halle auch sonst immer sehr gut gefüllt. Es war und ist eine Freude.

 

Dies hat selbstverständlich seinen Grund. Denn auf dem Eis wurde attraktives Eishockey gezeigt. Bis auf wenige Ausnahmen unterhielten die SCL Tigers ihr Publikum bestens. Neben Siegen gab es auch dramatische Niederlagen. Langweilig war es (fast) nie. Mit 57 Punkten und Rang 11 schnitten die Langnauer besser ab als erwartet. Und über die ganze bisherige Saison betrachtet legten die Tiger einen Steigerungslauf hin, vielleicht mit Ausnahme der letzten beiden Partien gegen die Kloten Flyers.

 

Schade: In diesen beiden Spielen, und vor allem in der letzten Runde, trat für die Emmentaler praktisch der «worst case», der schlimmst mögliche Fall ein. Sie verloren den Kontakt zu Rang 10, der die vorzeitige Sicherung des Ligaerhaltes nach 56 Runden bedeutet. Dieser «worst case» war nicht einfach Schicksal, sondern infolge von zwei ungenügenden Leistungen gegen die Kloten Flyers weitgehend selbst verschuldet. Ambri und Lausanne profitierten, und zogen davon. 

 

Doch die Langnauer können sich immer noch aus eigener Kraft vorzeitig retten. Nämlich dann, wenn sie alle sechs Spiele der Klassierungsrunde gewinnen, ohne einen Punkt zu verlieren. Doch selbst wenn die Tiger zwei der sechs Spiele verlieren, ist die vorzeitige Rettung möglich. Schauen wir uns doch mal die Fakten an:

  1. Wenn Lausanne aus den sechs Partien neun Punkte holt, ist sein Ligaerhalt gesichert.

  2. Falls Ambri aus seinen sechs Spielen 10 Punkte holt, ist sein Ligaerhalt gesichert. Sowohl Ambri als auch Lausanne können dem Playout-Final aus eigener Kraft entgehen.

  3. Wollen die SCL Tigers Rang 10 noch vollkommen aus eigener Kraft schaffen, müssen sie die Klassierungsrunde ohne Verlustpunkt überstehen. Gewinnen die SCL Tigers alle sechs Spiele jeweils nach 60 Minuten, kommen sie auf 75 Punkte. Die Langnauer würden in diesen Fall mindestens einen aus dem Duo Lausanne und Ambri überholen. Rang 10 wäre aus eigener Kraft geschafft. Sämtliche andern Resultate wären aus der Sicht der Emmentaler völlig wurscht.

  4. Auch der EHC Biel kann den 10. Rang theoretisch noch erreichen. Der EHCB müsste seine sechs Spiele ohne Punktverlust absolvieren, und es müsste ausserdem extrem viel für die Seeländer laufen. Vor allem müsste der HC Lausanne gegen die SCL Tigers und Ambri voll punkten. Die Leventiner dürften aus ihren sechs Spielen keinen (oder höchstens einen, aber nicht gegen Biel) Punkt ergattern. Viel realistischer ist jedoch, dass der EHCB noch um das Heimrecht im Playout-Final fightet, denn dieses könnte wichtig werden.

  5. Dem EHC Biel kommt eine entscheidende Rolle zu. Vorausgesetzt, die Seeländer punkten (was zu erwarten ist), so ist es entscheidend, gegen wen sie dies tun. Sie können die Situation der Langnauer entscheidend verbessern, aber auch verschlechtern.

  6. Falls der EHC Biel alle sechs Spiele ohne Punktverlust gewinnt (was für die SCL Tigers zwei Niederlagen ohne Punktgewinn bedeuten würde), so können sich die Tiger trotzdem vorzeitig retten. Wenn sie gegen Lausanne und Ambri voll punkten, kann danach nur einer der Beiden vor den Langnauern liegen.

  7. Dass sowohl Biel als auch Langnau dem Playout-Final entgehen, ist auch theoretisch ausgeschlossen.

     

Fazit: In dieser Klassierungsrunde ist nicht mehr ganz jeder Ausgang möglich. Für die SCL Tigers jedoch schon. Sie können sogar noch Rang 9 schaffen. Klar ist jedoch, dass mindestens einer aus dem Duo SCL Tigers / EHC Biel den Playout-Final bestreiten muss. Daraus folgt logischerweise, dass sich zumindest einer aus dem Duo HC Lausanne und Ambri-Piotta sich vorzeitig retten wird. Die Wahrscheinlichkeit einer Playout-Finalpaarung mit den SCL Tigers und dem EHC Biel liegt bei über 80 Prozent!

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