Heimspiel gegen den EHC Kloten

Weshalb heute Abend das wichtigste Spiel der Saison stattfindet

Die SCL Tigers gewannen zuletzt fünf Mal in Serie. Heute Abend gastiert der EHC Kloten in der Ilfishalle. Aus schmerzlicher Erfahrung wissen wir, dass dieses Spiel kein Selbstläufer wird. Es steht eine wichtige bewährungsprobe an.

News • • von Bruno Wüthrich

Zürich (3:2), Zug (3:1), Gottéron (Cup, 2:1), Ambri (3:2 n.P.) und Servette (5:4 n.V.): So liest sich die überaus positive Serie aus den letzten fünf Spielen der SCL Tigers. Dabei gehören die ZSC Lions, Zug und Gottéron zu den Titanen der Liga, der HC Ambri zu den Überraschungen der Saison und Servette zu den Teams, die in deren eigenen Halle nur schwer zu bezwingen sind. Alle aufgezählten Spiele sind deshalb beileibe keine Selbstläufer gewesen und deshalb gegen Gegner zustande gekommen, gegen die ein Sieg nicht automatisch voraus gesetzt werden kann.

Doch in der höchsten Spielklasse des Schweizerischen Eishockeys kann bei keiner Mannschaft ein Sieg gegen eine andere einfach so vorausgesetzt werden. In dieser Liga kann seit Jahren jeder jeden schlagen. Die Mannschaften mit mehr Potential tun dies im Verlaufe einer Spielzeit einfach öfters als Teams vom Schwanz der Tabelle.

Ganz am Schwanz der Tabelle befindet sich derzeit der EHC Kloten. Aus 17 Spielen der Zürcher Unterländer resultieren lediglich vier Siege und insgesamt 13 Punkte. Doch einer dieser Siege kam gegen die SCL Tigers zustande. Es war die bisher blamabelste Leistung der Emmentaler in dieser Saison. Gleich mit 0:4 und völlig ohne jede Siegchance ging das Team von Heinz Ehlers in der Swiss Arena unter. 

Der EHC Kloten hat inzwischen den Coach gewechselt. Kevin Schläpfer steht nun an der Bande, einer der besten Motivatoren, den das Schweizer Eishockey derzeit zu bieten hat. Sein erstes Spiel an der Klotener Bande gewann Schläpfer trotz eines Coachingfehlers in der Schlussminute. Zwar lediglich im Penaltyschiessen, aber immerhin. Ein einigermassen geglückter Einstand.

Die SCL Tigers haben es - ein Sieg vorausgesetzt - heute Abend in der Hand, die Aura von Kevin Schläpfer zumindest etwas anzukratzen. Ein Coachingfehler im ersten und eine Niederlage gegen einen Strichkonkurrenten im zweiten Spiel wären dann nicht gerade der optimale Einstieg in die neue Aufgabe für Schläpfer. Das Wegkommen vom letzten Rang müsste auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Ein Motivator wie Kevin Schläpfer ist bei einem Klub wie dem EHC Kloten rasch einmal unten durch. In Kloten sind die Verhältnisse völlig anders als beim EHC Biel.

Doch beim EHC Kloten steht jetzt eben ein neuer Motivator an der Bande. Sein Coachingfehler allein kann ihm noch rein gar nichts anhaben. Seine Mannschaft wird heute Abend von den Haarspitzen bis zu den Zehennägeln motiviert sein. Deshalb wird das heutige Spiel für die SCL Tigers eines der schwierigsten der ganzen Saison werden. Und eines der wichtigsten dazu.

Gewinnt der EHC Kloten die heutige Partie in Langnau, ist mit ihm im Verlauf der Saison wieder zu rechnen. Die Playoffs müssten dann auch bei den Fliegern noch nicht abgeschrieben werden. Kevin Schläpfers Mannschaft hätte sich dann den SCL Tigers bis auf fünf Punkte genähert.

Bei einem Sieg der SCL Tigers entledigen sich die Emmentaler jedoch für lange Zeit zumindest eines Konkurrenten im Strichkampf. Ausserdem grüssen sie im Erfolgsfalle gleich vom 7. Rang. Dies sollte auch für die Langnauer Grund genug sein, dem EHC Kloten bezüglich Motivation in nichts nachzustehen.

Die SCL Tigers verfügen über das ausgeglichenere Team als der EHC Kloten. Das Leistungsgefälle innerhalb der Mannschaft ist kleiner. Dafür verfügen die Klotener mit Denis Hollenstein und Vicent Praplan über zwei ausgewiesene Differenzmacher. Offensichltich haben die beiden jedoch in der aktuellen Saison die Differenz noch nicht allzu häufig machen können. Doch dies heisst für heute Abend rein gar nichts.

Die Chancen stehen 50:50. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

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