Noch ist alles möglich:
Aber jetzt geht es um die Wurst
Sowohl für die SCL Tigers wie auch den EHC Biel gilt: die Direktbegegnung und ein zweites der restlichen drei Spiele müssen gewonnen werden, dann ist das Play In eingetütet. Doch jeweils zwei weitere schwere Gegner warten auf die beiden Teams. Und dann sind da ja auch noch der SC Bern und der EHC Kloten.
Gross waren die Hoffnungen bei den SCL Tigers, das Play In auch in dieser Saison zu erreichen. Punktgleich mit dem 9-klassierten SC Bern auf Rang 10, fünf Punkte Vorsprung auf den EHC Biel. Der EHC Kloten spielte mit seinen 11 Punkten Rückstand auf den SCB und die Langnauer in den Überlegungen der Experten keine Rolle mehr. Für die Langnauer war selbst ein Vorstossen bis auf Rang 7 möglich uns schien gar nicht mal unrealistisch.
Nun ist nach drei Spielen dieser über sechs Spiele laufenden Meisterschaft (Spiele nach der Olympiapause) um das Play In alles anders. Nachdem alle Mannschaften drei Spiele absolviert haben, stellen wir fest, dass der SCB drei Niederlagen schlucken musste, dabei aber immerhin zwei Punkte geholt hat. Auch die SCL Tigers haben drei Mal verloren und sind dabei punktelos geblieben. Der EHC Biel hat die Schwächen der vor ihm liegenden Klubs genutzt, hat die Langnauer überholt und ist bis auf zwei Punkte an die Berner herangerückt. Und selbst der EHC Kloten, den nun wirklich niemand mehr auf der Rechnung hatte, liegt lediglich noch drei Punkte hinter den Bielern und den Emmentalern. Kloten müsste jedoch, weil jeweils seine Bilanz gegen die beiden ihm am nächsten liegenden Mannschaften jeweils schlechter ist, in den restlichen drei Partien vier Punkte aufholen. Doch wer in den ersten drei Spielen acht Punkte aufgeholt hat, dem ist in den letzten drei Spielen zuzutrauen, weitere vier Punkte gutzumachen.
Die Rechnung für die SCL Tigers ist ganz einfach: Holen die SCL Tigers aus den noch ausstehenden drei Spielen sechs Punkte, wovon mindestens zwei gegen den EHC Biel, sind sie im Play In, egal wie die Konkurrenz spielt. Das Gleiche gilt auch für den EHC Biel.
Um sich zu 100 Prozent für das Play In zu qualifizieren, benötigt der SCB fünf Punkte. Dies für den Fall, dass der EHC Biel und die SCL Tigers in der Direktbegegnung in die Verlängerung gehen und jeweils in beiden anderen Partien voll punkten, und auch der EHC Kloten voll punktet. Ist die Direktbegegnung Biel – Langnau nach 60 Minuten entschieden, benötigt der SCB lediglich vier Punkte für das Play In.
Auc der EHC Kloten kann sich realistische Chancen auf eine Qualifikation machen. Aber die Zürcher Unterländer müssen gleich zwei der drei unmittelbar vor ihnen liegenden Teams überholen.
Ich würde den EHC Kloten jedenfalls nicht abschreiben.
| Datum | Bern (66 P) | Biel (64 P) | SCL (64 P) | Kloten (61 P) |
|---|---|---|---|---|
| 5.3. | EV Zug (h) | Genf (a) | Gottéron (h) | Lskers (a) |
| 7.3. | Ambri (a) | Tigers (h) | Biel (a) | Lugano (h) |
| 9.3. | Gottéron (h) | Davos (a) | ZSC (h) | Genf (a) |
Für die SCL Tigers ist es entscheidend, wie sie nun mit dem Druck umgehen können, der sich durch die drei punktelosen Spiele aufgebaut hat. Die Vergangenheit zeigt, dass es Coach Thierry Paterlini immer wieder versteht, die Mannschaft auch nach mehreren Niederlagen wieder auf Kurs zu bringen. Zum Glück handelt es sich bei allen drei noch ausstehenden Gegnern um Mannschaften, gegen welche die Tiger in der aktuellen Saison schon gewonnen haben. Die Situation ist allerdings nun schon sehr speziell.
Doch wenn wir auf die Restprogramme der andern beteiligten Mannschaften schauen, erkennen wir, dass auch diese happig sind. Es ist nicht einmal sicher, dass die Partie vom Samstag gegen den EHC Biel entscheidend sein wird, denn es ist gut möglich, dass die Seeländer in den beiden anderen Spielen (jeweils auswärts gegen Genf und Davos) keinen einzigen Punkt gewinnen. In diesem Fall müssten die Tiger in ihren beiden Heimspielen gegen Gottéron und die ZSC Lions vier Punkte holen, um sich vor Biel zu setzen.
Schauen wir auf den SCB, sehen wir, dass nicht ausgeschlossen ist, dass die Mutzen drei weitere Niederlagen kassieren. Allerdings ist die Mannschaft des Ex Tigercoachs Heinz Ehlers in der Lage, jedem Gegner ein hartes Duell zu liefern. Drei Siege sind deshalb ebenso wahrscheinlich. Die Wahrheit wird wohl irgendwo dazwischen liegen.
Auch das Restprogramm des EHC Kloten ist nicht ohne. Sie treffen mit den Lakers, Lugano und Genf auf drei Teams, deren Positionen mehr oder weniger bezogen sind. Die Lakers werden das Play Off nicht mehr direkt erreichen, liegen aber noch im Clinch mit dem EV Zug um Rang 7. Lugano ist bereits für die Play Offs qualifiziert und der HC Genf-Servette wird es zum Zeitpunkt der Begegnung mit Kloten ebenfalls sein. Motivation gibt es aber wegen des Heimrechts in den Playoffs trotzdem genug. Der Druck ist jedoch nicht ganz so grosse Gegen starke Gegner, die weniger Druck haben, antreten zu müssen, ist immer tückisch.
