Top oder Flop im Kanton?

Die Tiger haben noch kein Berner Derby gewonnen!

In der Tabelle liegen die SCL Tigers vor dem SC Bern und dem EHC Biel. Dabei ist es ihnen noch nicht gelungen, eines der bisher fünf Berner Derbys zu gewinnen. Sie realisierten dabei gerade mal magere zwei Punkte. Sind die Langnauer nun die Nr. 1 oder die Nr. 3 im Kanton?

Blog • • von Bruno Wüthrich

Hier fällt gerade das 2:1 gegen den EV Zug. Torschütze ist Jérôme Bachofner (was für ein Transfer !!!). Bild: Susanne Bärtschi

 

Was haben der EHC Biel, der HC Genf-Servette, der HC Davos, der HC Lausanne, der SC Bern und die Rapperswil-Jona Lakers gemeinsam? Sie alle haben in dieser Saison bei mindestens zwei Austragungen noch kein Spiel gegen die SCL Tigers verloren. Gegen Lausanne waren es sogar vier Spiele, gegen den SC Bern deren drei. Die Langnauer ergatterten sich gegen diese sechs Gegner gerade mal drei Punkte.

Was haben der EHC Kloten, der EV Zug, der HC Ambri-Piotta und der HC Lugano gemeinsam? Diese vier Mannschaften konnten gegen die SCL Tigers bei mindestens zwei Austragungen noch kein Spiel gewinnen. Gegen den EV Zug waren es sogar drei Spiele. Die SCL Tigers gaben gegen diese Gegner gerade mal zwei Punkte ab. 

Lediglich gegen den HC Fribourg-Gottéron, den HC Ajoie und die ZSC Lions gab es sowohl Siege und Niederlagen. Gegen Gottéron und Ajoie resultierten aus je zwei Spielen auch je drei Punkte. Gegen die ZSC Lions waren es sogar in drei Spielen fünf Punkte.

Woran das liegt, ist schwierig zu sagen. Gegen die Lakers aus Rapperswil unterlagen die Tiger zwei Mal deutlich (1:5 und 1:4). Auch gestern gegen den SC Bern hatten die Emmentaler keine Chance. Aber sonst waren sie meistens nahe dran am Punktegewinn und vergaben, wie im Fall von Lausanne in der dritten Partie den möglichen Punktegewinn erst spät. Überhaupt waren drei der vier Partien gegen die Waadtländer sehr knapp, aber halt jedes Mal mit dem schlechteren Ende für die Tiger.

Auf der anderen Seite ist es absolut überraschend, dass der EV Zug und der HC Lugano gegen die Langnauer in dieser Saison einfach nicht gewinnen können. Der EVZ hat gerade mal noch ein Spiel Zeit, dies zu ändern. Die Luganesi immerhin noch deren Zwei. Allerding  verloren die Südtessiner, wie auch Ambri aus der Leventina (Nordtessin) bereits letzte Saison alle Direktbegegnungen mit den Emmentalern. Will heissen, die SCL Tigers haben die letzten zwölf Spiele gegen die Klubs aus dem Tessin allesamt gewonnen.

Gerade an diesem Wochenende zeigten sich die Begebenheiten besonders deutlich. Nachdem man dem EV Zug auf souveräne Weise die bereits dritte Niederlage zugefügt hat, verlor man in Bern völlig chancenlos bereits zum dritten Mal.

Dabei gilt es festzuhalten, dass der SCB unter Coach Heinz Ehlers nun den Tritt endlich gefunden zu haben scheint. Das ist für mich nicht überraschend. Ich war mir immer sicher, dass Beton-Hein es in Bern schaffen würde. Wobei die Berner gestern auch offensiv einiges zu bieten hatten, defensiv aber – ganz im Stil von Hein Ehlers – kaum etwas zuliessen. Die Sturmlinie mit Viktor Ejdsell, Miro Aaltonen und Emil Bemström entwickelt sich zu einer echten Waffe. Ich gehe davon aus, dass die Berner die Playoffs zumindest über das Play In noch erreichen werden. Es ist sogar die direkte Qualifikation noch möglich. Danach ist alles möglich.

Will heissen, die SCL Tigers werden von den Bernern in der Tabelle sicher noch überholt. Wollen sie ebenfalls ins Play In, müssen sie sich den EHC Biel und Ambri vom Halse halten. Es wäre deshalb gut, wenn die Siegesserie gegen Ambri noch weiter ausgebaut werden und die restlichen beiden Derbys gegen Biel ebenfalls noch gewonnen werden könnten. Auch gegen den SCB sollte zumindest einmal in der Saison ein Sieg her. Dazu bietet sich jedoch nur noch eine Gelegenheit.

Bleibt noch die Frage, ob Top oder Flop im Kanton? Man kann sich auf den Standpunkt stellen, dass die letzte Wahrheit in der Tabelle steht. Da sind die Tiger nach 31 gespielten Partien die Nr. 1. Man könnte aber auch eine Tabelle nur für die Berner-Teams erstellen. Da wären die Tiger abgeschlagen die Nr. 3. Wir lassen es deshalb offen, wer die Tiger wo sieht. Die Ansichten gehen hier sicher auseinander. Völlig uninteressant ist jedoch, wer von den andern beiden Mannschaften die Nase vorne hat.

In eigener Sache

Wie ihr sicher bemerkt habt, gab es auf fantiger.ch zuletzt keine Berichte. Dies hatte vor allem – aber nicht nur – gesundheitliche Gründe. Bei mir wurde im Februar 2017 eine Nierenschädigung festgestellt, die irgendwann zu einer Niereninsuffizienz führen musste. Im Juni 2022 war es dann so weit: Maschinen mussten meine Nieren ersetzen. Ich musste drei Mal in der Woche zur Dialyse (Blutwäsche). Im Herbst dieses Jahres nun endlich die lang ersehnte Operation. Ich erhielt eine neue Niere, die seither tiptop funktioniert. Es ist also alles gut gegangen. Damit mein Körper das neue Organ nicht abstösst, muss ich viele Medikamente schlucken (Antisupressiva), die das Immunsystem runterfahren. Ich bin also, solange ich so viele Medikamente schlucken muss, wesentlich anfälliger auf Krankheiten. Es werden dann mit der Zeit weniger Medikamente werden, dass wird es auch nicht mehr so schlimm sein mit der Ansteckungsgefahr. Bereits zuvor kann ich mit Impfungen (Covid / Grippe) ziemlich viel entgegenwirken. Zu Beginn muss ich aber noch ein Medikament nehmen, welches die Wirkung der Impfungen verhindert. In ca. 10 Tagen kann ich mich aber impfen lassen. Dann komme ich wieder an die Heimspiele.

Bis dann bin ich auf das Fernsehen angewiesen. Da, wo ich wohne, gibt es kein Kabelfernsehen. Ich muss mich also über mobiles Internet versorgen. Dies klappte zuletzt jedoch schlecht. Mehrere Spiele konnt ich überhaupt nicht sehen. An diesem Wochenende war es etwas besser. Das Spiel gegen den EV Zug konnte ich gut schauen. Gegen den SCB klappte es zumindest teilweise. Zu etwa 50 Prozent sah ich lediglich ein Standbild, hörte aber immerhin den Kommentar.

Aber eben: Wenn ich gar nichts sehe, was soll ich dann schreiben? 

Ich freue mich, wenn ich wieder vor Ort sein kann.