SCL Tigers starten mit Niederlage in den Rest der Saison:
Keine Punkte in Davos und Druck von Biel
Die SCL Tigers hätten in Davos mindestens einen Punkt verdient gehabt. Nach 40 Minuten hatten sie noch 3:2 geführt. Ein Torhüterfehler brachte die Bündner zurück ins Spiel. Das anschliessende Ausnützen einer Strafe gegen Langnaus Topscorer brachte dem HCD den Sieg. Nun geraten die Emmentaler unter Druck aus dem Seeland.
Torhüter Robin Meyer ist ein Glücksfall für die SCL Tigers. Langnaus Sportchef Pascal Müller musste sich einiges anhören und wohl auch lesen, als er für den letzte Saison überragenden Stéphane Charlin einen Goalie aus der Swiss League holte. Aber er behielt Recht. Mit seiner Fangquote von 92,31 Prozent liegt Meyer in den nationalen Statistiken weit vorne; sogar 0,52 Prozent vor Langnaus Nr. 1, Luca Boltshauser, der die Partie in Davos begonnen hatte, sich jedoch in der 37. Minute aus noch unbekannten Gründen beim Stand von 3:2 für die Langnauer auswechseln liess. Sogleich musste Meyer mehrere Schüsse der Davoser parieren, so dass seine Mannschaft den Vorsprung mit ins Schlussdrittel nehmen konnte. Doch den Gegentreffer des HC Davos zum 3:3 – Ausgleich in der 45. Minute muss er halten. Der Schuss von Calle Andersson von der blauen Linie war zwar präzise, aber nicht besonders scharf, zudem hatte Meyer freie Sicht; normalerweise hält er den von 100 Versuchen 100 Mal. Es war der Treffer, der den HCD zurück ins Spiel brachte. Je länger die Langnauer ihren Vorsprung hätten halten können, desto näher hätte sie dies zum Punktgewinn gebracht. So aber gerieten sie bei einem Ausschluss gegen Tigers-Topscorer André Petersson durch den sträflich allein gelassenen HCD-Topscorer Matej Stransky in der 46. Minute sogar 3:4 in Rückstand. Es sollte der Gamewinner für die Bündner sein. Denn trotz bester Chancen (Pfostenschuss in der 59. Minute, Riesenchance zwei Sekunden vor Ende der Partie) konnte der Ausgleich nicht mehr realisiert werden.
Lange Zeit sah es auf dem Totomat so aus, als würde diese Runde total für die SCL Tigers laufen. Sie selbst lagen in Führung, alle ihre Gegner ausser dem SCB in Rückstand. Doch am Schluss hatten sowohl die Lakers als auch der EHC Biel ihre Spiele noch gedreht. Lediglich der SCB und der EV Zug gerieten ebenfalls auf die Verliererstrasse.
Die Tiger zeigten in Davos insgesamt eine gute Leistung, bei welcher sie sich aber durch Eigenfehler gleich selbst um den verdienten Ertrag brachten. Der Sieg des HCD war jedoch insgesamt verdient.
Dass der Auftakt in den Schlussspurt auswärts gegen den HC Davos schwierig werden würde, war vorauszusehen. Die Niederlage deshalb nicht überraschend. Aber ein Punktgewinn hätte natürlich gut getan und wäre auch möglich gewesen.
Weil der EHC Biel in Lugano zwei Punkte holte, beträgt sein Abstand zu den Emmentalern nun lediglich noch drei Punkte. Da der SC Bern jedoch nur einen und der EV Zug gar keinen Punkt realisieren konnte, liegen diese beiden Teams immer noch in Schlagdistanz. Gegen vorne ist immer noch alles möglich. Aber von Rang 11 aus ist der Druck gewachsen.
