Zum dritten Mal hintereinander ohne Punkte:
Langnau klebte gegen Rappi das Pech an den Füssen
Nach der dritten Niederlage ohne Punktgewinn im dritten von sechs Spielen nach der Olympiapause haben die SCL Tigers (fast) sämtliche Vorteile im Rennen um die Qualifikation um das Play In aus der Hand gegeben. Dabei standen sie in allen drei Partien nahe an einem Punktgewinn.
Hier drückt Hannes Björninen die (leider unsichtbare) Scheibe zum 3:3 - Ausgleich über die Linie. Dario Rohrbach wäre ebenfalls bereitgestanden. Bild: Susanne Bärtschi.
Die Langnauer haben in keinem dieser drei Spiele eine schlechte Falle gemacht. In Davos trafen sie, bereits ohne Torhüter spielend, noch den Pfosten und vergaben in den letzten Sekunden nochmals eine Riesenchance zum Ausgleich und auch gegen die Lakers aus Rapperswil war ihnen das Glück nicht hold. Es fing in der 12. Minute damit an, als Rapperswils Torhüter Ivars Punnenovs einen scheinbar sicheren Treffer der Emmentaler mit einem Stockwurf verhinderte. Alles Intervenieren bei den Unparteiischen nützte nichts. Dafür stand es dann gut zwei Minuten später 0:1 für die Gäste. Yannick-Lennart Albrecht drückte die Scheibe ins Netz, nachdem Langnaus Hüter Robin Meyer den Schuss des Torschützen nicht in der Fanghand festhalten konnte.
Nachdem im Mitteldrittel (29.) Tanner Fritz im Anschluss an eine gerade abgelaufene Teamstrafe gegen die SCL Tigers auf 0:2 erhöhen konnte, folgte nicht einmal eine Minute später die nächste Kuriosität. Das 0:3 fiel nämlich durch eine sogenannte Bogenlampe, welche sehr zufällig zustande kam und keinesfalls so gewollt war. Robin Meyer, auf das Geschehen vor ihm konzentriert, erkannte nicht, dass die Scheibe über ihn drüber hüpfte. Statt dass es, was vertretbar gewesen wäre, 1:2 stand, lautete der Spielstand etwas entgegen dem Spielverlauf 0:3. Alles deutete für die Langnauer auf einen von A – Z frustrierenden Abend hin. Doch die SCL Tigers dachten nicht daran, aufzugeben. Keine zwei Minuten nach dem 0:3 erzielte Hannes Björninen den Anschlusstreffer. Diesem vorausgegangen war ein hässliches Foul von Lakers-Topscorer Malte Strömwall, welches eine 5-Minutenstrafe mit Restausschluss (und, wie inzwischen bekannt wurde, ein Verfahren) zur Folge hatte. Mit dem Score von 1:3 ging es ins Schlussdrittel. Dort gingen die Tigers «all in» und glichen die Partie durch die Tore von Topscorer André Petersson aus spitzem Winkel (51.) und des zweifachen Torschützen Hannes Björninen (53.) aus, und versuchten gleich weiter zu powern. Beim Versuch eines Schlagschusses an der blauen Linie brach jedoch der Stock von Samuel Erni, was den Lakers die Gelegenheit zu einem schnellen Gegenstoss eröffnete, welchen der ebenfalls zweifache Torschütze Yannick-Lennart Albrecht per Direktschuss erfolgreich zum 3:4 abschloss (56.). Die Langnauer konnten auf diesen erneuten Rückschlag nicht mehr reagieren und blieben auch in der dritten Partie seit der Olympiapause ohne Punktgewinn.
Weil gleichzeitig der EHC Biel in Bern in der regulären Spielzeit gewann, liegen die Seeländer nun vor den punktegleichen Langnauern, und weil der EHC Kloten überraschend in Davos drei Punkte holte, haben die Zürcher Unterländer bis auf drei Punkte zu den Tigern aufgeschlossen.
Natürlich wird der Frust beim Team von Thierry Paterlini wegen den drei Niederlagen gross sein, zumal es auch auf den anderen Eisfeldern nicht optimal lief. Die Ausgangslage hat sich nun doch ziemlich verändert. Aber noch können sich die SCL Tigers aus eigener Kraft für das Play In qualifizieren. Dafür müssen aber jetzt Siege her. Wenn aus der Direktbegegnung vom 7. März auswärts gegen den EHC Biel drei Punkte resultieren, reichen aus den nun noch folgenden drei Spielen (Gotteron zuhause, Biel auswärts und ZSC Lions zuhause sechs Punkte, um die Ausmarchung um den Einzug in das Play Off (Play In) ganz sicher zu erreichen. Denn mit drei Punkten aus der Direktbegegnung in Biel liegen die Emmentaler in der Direktbegegnung gegen diesen Gegner vorne. Wegen genau diesen Direktbegegnungen könnte dann auch der EHC Kloten selbst bei Realisierung des Punktemaximums nicht mehr an den Langnauern vorbeiziehen.
Nicht vergessen wollen wir, dass es Langnau zwar geholfen hätte, wenn der SC Bern sein Heimspiel gegen den EHC Biel gewonnen hätte. Aber die Niederlage der Mutzen ohne Punktgewinn hat eine andere Seite: auch sie haben die ersten drei Partien nach der Olympiapause allesamt verloren und dabei lediglich zwei Punkte gewonnen. Sie liegen deshalb noch in Reichweite der Tiger (zwei Punkte Vorsprung und die bessere Bilanz aus den Direktbegegnungen. Aber wie auch die Langnauer haben auch die Berner noch drei schwierige Partien zu absolvieren. Wir dürfen auch hier gespannt sein, wer von diesen beiden Mannschaften nach 52 Runden die Nase vorne hat.
Harri Pesonen, Hannes Björninen & Co. müssen die Frustration abschütteln. Wenn sie weiterhin stark spielen, sollte sich das Glück auch wieder auf ihre Seite wenden. Dann wird dies noch was mit der Erreichung dieses Zieles.
