Coup im Tessin:
SCL Tigers revanchieren sich beim HC Lugano
Mitte Oktober setzte es gegen diesen Gegner noch eine 0:8 – Heimklatsche, nun holen sich die SCL Tigers beim HC Lugano die ganzen drei Punkte. Es ist das siebte Spiel in Serie, in welchem die Emmentaler punkten. Und auch ein paar andere Werte erstaunen.
Unter Coach Thierry Paterlini machen die SCL Tigers gerade eine ganz erstaunliche Entwicklung durch. So sattelfest und ein so ernst zu nehmender Gegner waren sie seit Jahren in der National League nicht mehr. Dies bekam auch der HC Lugano zu spüren, der sich natürlich von dem hohen Sieg in Langnau nicht blenden liess. Die guten Resultate der Tiger seither sind auch im Tessin nicht verborgen geblieben. Erst im Schlussabschnitt konnten die Luganesi zeigen, wer das Heimteam ist. Zuvor waren es die Tiger, die für die Musik sorgten. Und das ist doch erstaunlich, denn die Tiger mussten auf Top-Skorer Aleksi Saarela verzichten und Lugano ist alles andere als gerade ausser Form. Im Gegenteil: Der HCL kommt gerade von einer Serie von drei Siegen. Und nun das. Der Sieg der Langnauer war vollauf verdient.
Die SCL Tigers haben nun in 24 bestrittenen Partien lediglich sieben Mal nicht gepunktet. Vier dieser punktelosen Niederlagen fanden in den ersten sechs Spielen der Saison statt. Das heisst, die Emmentaler haben in den letzten 18 Partien lediglich drei Mal keine Punkte geholt. Eine dieser punktelosen Niederlagen war das 0:8 gegen Lugano, für welche sich die Tiger nun revanchiert haben. Die beiden anderen Null-Punkte-Spiele in dieser Zeit waren das 0:3 in Zürich gleich vor der Partie gegen Lugano (also 0:11 in zwei Spielen) und das 1:3 in Davos. In diesen 18 Partien holten aber die Langnauer 32 ihrer 35 Punkte. Das ergibt einen Schnitt von 1,78 Punkten pro Spiel (auf die ganze Saison gerechnet sind es 1,458 Punkte pro Spiel). Performen die Tiger in diesem Stil weiter, dürfen sie zumindest mit den Pre-Playoffs rechnen.
Ganz erstaunlich auch: Die SCL Tigers weisen lediglich 12 Punkte weniger auf als der aktuelle Leader Gottéron, und dieser hat erst noch ein Spiel mehr ausgetragen als die Langnauer. Doch dieses Bild täuscht ein wenig, weil nach Verlustpunkten führt der EV Zug die Tabelle an. Aber auch hier fehlen – nach Verlustpunkten, denn Zug hat eine Partie weniger bestritten als die Tiger – lediglich 14 Punkte. Wann waren die Tiger zuletzt zu diesem Zeitpunkt der Meisterschaft in der National League so nahe an der Spitze dran? Zum Vergleich: Nach 24 Spielen wiesen die Mannen von Coach Paterlini in der letzten Saison sieben Punkte weniger auf (28) und lagen auf Rang 12 der Tabelle. Zum damaligen Leader Servette (welcher ein Spiel weniger ausgetragen hatte), fehlten 24 Punkte. Obwohl die Fans auch mit der damaligen Saison lange Zeit zufrieden waren, war dies doch eine andere Welt!
Übrigens: Die SCL Tigers haben auch in anderen Statistiken etwas aufgeholt. So sind sie bei den erzielten Toren in Überzahl längst nicht mehr das Schlusslicht, sondern liegen derzeit auf Rang 9 (oder gerechnet auf Tore in Überzahl pro Spiel auf Rang 10). Sogar noch etwas freundlicher schaut diese Statistik aus, wenn man die in Überzahl erhaltenen Tore einrechnet. Diese Zahl steht bei den Langnauern auf Null.
Immer noch düster sieht jedoch die Statistik der erhaltenen Tore in Unterzahl aus. Da liegen die Tiger mit 19 erhaltenen Toren am Schluss der Tabelle (auch bei den erhaltenen Toren pro Spiel). Hier ist also noch ziemlich viel Luft nach oben. Auch in Lugano kassierten die Langnauer wieder zwei Tore in Unterzahl. Aber es würde nicht erstaunen, wenn es Thierry Paterlini gelingen würde, seine Mannschaft auch in dieser Hinsicht noch auf Kurs zu bringen. Eine Gelegenheit, das Unterzahlspiel gegen eine in Überzahl äusserst starke Mannschaft zu üben haben die Tiger bereits heute Abend in der Begegnung mit den ZSC Lions.
Es ist doch schön, festzustellen, dass diese Mannschaft selbst bei dieser Performance noch Luft nach oben hat.