Günstige Gelegenheit und Vorsprung vergeigt:
Unnötige Niederlage in Rapperswil
Die SCL Tigers verlieren ohne ihre verletzten Ausländer Hannes Björninen und André Petersson in Rapperswil mit 1:2. Dabei führten sie bis neun Minuten vor Ende der Partie mit 1:0. Die späten Lakers-Tore waren Zufallsprodukte. Doch der Sieg war letztendlich trotzdem verdient. Die Langnauer taten lange Zeit zu wenig.
Vorweg: Die Lakers aus Rapperswil haben eine lange Verletztenliste. Insgesamt zehn Spieler fallen derzeit aus, wovon vier Ausländer. Weil aber insgesamt acht Imports auf der Lohnliste stehen, trat die Heimmannschaft genau wie die Gäste mit vier Ausländern. Mit Julius Honka verloren sie aber einen davon bereits in der 12. Minute des Startdrittels. Die Gelegenheit, den Rapperswilern den ersten Sieg der Saison in einer Direktbegegnung abzuringen, war also günstig. Doch sie wurde nicht genutzt, weil der Sieg zu wenig zielstrebig gesucht wurde. Die Tiger, die in der 9. Minute durch Patrick Petrini in Führung gingen, waren danach nicht in der Lage, nachzulegen. Dabei liessen sie im ersten Drittel sogar eine 5-minütige Überzahl und auch später in der Partie weitere 8 Strafminuten gegen die Lakers ungenutzt verstreichen. Auf der Gegenseite konnten aber auch die Lakers ihre Gelegenheiten (insgesamt acht Strafminuten gegen Langnau / die vier Minuten gegen Fahrni gegen Joel Salzgeber lediglich 22 Sekunden vor Ablauf der Partie nicht mitgezählt) nicht nutzen. Dass die Partie im Schlussdrittel durch die Heimmannschaft noch gedreht werden konnte, obwohl die Emmentaler da spielerisch das beste Drittel spielten, war etwas unglücklich. Zuerst sah Robin Meyer, der zuvor eine sackstarke Partie gespielt hatte, beim Ausgleich wirklich nicht gut aus. Und 2,40 Minuten später haute der erst 19-jährige Andrin Flütsch bei einem Zuspiel von Fabian Mayer der blauen Linie entlang einfach mal drauf, und der Puck fand tatsächlich den Weg ins Langnauer Tor.
Auch wenn es solche Tore geben kann, die nicht aus einer Chance entstehen, sondern eben eher Zufallsprodukte sind, und sich die Langnauer in diesen Situationen nicht viel vorwerfen lassen müssen, so sind sie eben trotzdem bei dieser Niederlage nicht frei von Schuld und müssen sich Kritik gefallen lassen.
Klar, die beiden Ausfälle von André Petersson und Hannes Björninen wiegen schwer. Zudem war der zurückgekehrte US-Amerikaner Sean Malone noch nicht spielberechtigt. Aber mit Verlaub: Die Ausfälle der Rapperswiler wiegen noch schwerer. Auch sie konnten lediglich mit vier Ausländern antreten, daneben fehlten aber noch sechs zusätzliche Stammspieler. Mannschaften pflegen in solchen Situationen noch näher zusammenzurücken. Das ist ja auch bei den SCL Tigers der Fall. Mit lediglich vier Ausländern schlugen sie zuvor den HC Ambri und den EHC Biel beide zu Null und holten beim starken Gottéron nach verlorenem Penaltyschiessen immerhin einen Punkt. Gegen das verletzungsgeplagte Rapperswil hätten sie aber aktiver spielen müssen. Wobei mir wahrscheinlich die Statistiker nicht recht geben würden. Nach zwei Dritteln zählte man 30:14 Schüsse zugunsten der Lakers. Aber es stand aus Sicht des Heimteams 0:1. Im Schlussdrittel drehten die Langnauer auf, wir zählten 10:18 Schüsse zugunsten der Tigers. Wobei, was heisst da schon zugunsten? Kaufen kann man sich dafür nichts und die Punkte gibt es ebenfalls nicht deswegen. Vor allem, wenn man das Drittel trotz deutlich mehr Schüssen mit 0:2 verliert.
Zuletzt kamen die Tiger den Lakers in der Tabelle immer näher und man durfte sich berechtigte Hoffnungen machen, dass diese noch ein- und überholt werden könnten. Dieses Bestreben wurde durch die neuerliche, dritte Niederlage der Saison gegen diesen Gegner, empfindlich eingebremst. Noch ist natürlich alles möglich. Doch nun wird dieses Unterfangen sehr schwierig. Besonders ärgerlich, dass es die Langnauer in der Hand hatten, diesem Spiel ein anderes Ende zu bereiten. Dass sie es auch auswärts besser können, haben sie zuletzt in Genf, Ambri und Fribourg gezeigt.
