Fast ein wenig peinlich:
Weshalb können die SCL Tigers in Pruntrut nicht mehr gewinnen?
1:5, 0:2, 0:1, 1:2 und jetzt ein 1:2 n.P. Fünf Niederlagen in Serie kassieren die SCL Tigers beim notorischen Tabellenletzten. Sie bringen sich dabei immer wieder selbst in Schwierigkeiten oder können – wie gerade aktuell – günstige Gelegenheiten nicht optimal nutzen. Das ist sehr ärgerlich und muss zu denken geben.
Der EV Zug steckt in der Krise. Lediglich noch drei Punkte liegen die Innerschweizer vor den Emmentalern. Und es könnten gar nur noch einer sein, wenn die Tiger im Spiel vom Mittwochabend alle drei Punkte geholt hätten. Doch daraus wurde erneut nichts, so wie in den vier zuvor ausgetragenen Partien gegen diesen Gegner. Der letzte Erfolg beim HC Ajoie datiert vom 3. Oktober 2023.
Die Ajoulots haben immer wieder auch namhafte Gegner besiegt. In dieser Spielzeit resultieren Siege gegen Biel (2 x heim), Kloten 1 x h + 1 x a), EVZ (1 x h), Gottéron (1 x a), Davos (1 x h + 1 x a), SCB (1 x a) und die Lakers (2 x h) gewonnen. Auch der Tabellenletzte der National League kann Eishockey spielen, punkten und siegen. Ein Spiel gegen Ajoie zu verlieren, ist keine Schande, zumal die Langnauer gestern so aufgetreten sind, dass man gespürt hat, dass sie diesen Sieg wollen. Doch vier Tage nach dem grossartigen Sieg gegen den Tabellenführer HCD war das Team von Coach Thierry Paterlini zum fünften Mal hintereinander nicht in der Lage, in Pruntrut den Sieg zu holen. Fünf Mal in Serie beim Tabellenletzten zu verlieren, ist einfach zu viel. In diesen Partien steckt der Wurm drin. Gerade mal drei (3 !!!) Tore resultierten aus diesen fünf Partien. Dabei hat der HC Ajoie in der laufenden Saison bereits 139 Gegentore kassiert. Das ergibt bei 40 gespielten Partien einen Schnitt von 3,45 Gegentoren. Langnau brachte aber wie bereits in der ersten Austragung dieser Saison lediglich einen Treffer zustande. Letzte Saison verlor man beide Partien zu Null! Zu erwähnen ist, dass in der Partie vom vergangenen Mittwoch beide Torhüter – Damiano Ciaccio bei Ajoie und Martin Neckar bei Langnau – hervorragend hielten. Wie bereits in den vorhergehenden Direktbegegnungen in Pruntrut waren die Gründe für die Niederlagen nicht beim Langnauer Hüter oder einer zu laschen Defensive zu suchen, sondern in der offensiven Harmlosigkeit. Zudem zog, wer auch immer in diesen fünf Partien dieser Serie für die Ajoulots im Tor stand, einen überragenden Abend ein.
Bei den Emmentalern fehlten immer noch die beiden Ausländer Hannes Björninnen und André Petersson. Zudem waren Samuel Erni und Torhüter Robin Meyer krank. Luca Boltshauser war nach seiner Krankheit noch nicht bei 100 Prozent und stand deshalb lediglich als Backup zur Verfügung. Die neuerliche Niederlage kann allerdings nicht in der Liste der Fehlenden gesucht werden. Wer wissen will, weshalb dies so war, soll sich die Abwesenheitsliste von Ajoie anschauen, welche 11 Spieler umfasst. Wie die Langnauer traten auch die Jurassier lediglich mit fünf Ausländern an.
Wenn eine Mannschaft, die ja wie die SCL Tigers durchaus Tore schiessen kann (2,77 im Schnitt), ausgerechnet beim ewigen Schlusslicht Ladehemmung hat, und dies gleich in Serie, hat dies nichts mit Talent, Wille und Kampfgeist zu tun, sondern mit der mentalen Verfassung. Dabei ist nur die mentale Verfassung gegen diesen Gegner auf dessen Eis die Rede. Normalerweise sind die Tiger eine Mannschaft mit viel Selbstvertrauen. Sie kennen ihr System und wissen, dass sie gegen jeden Gegner gute Siegchancen haben. Aber sie spüren halt, dass der HC Ajoie ein Rezept hat, um gegen sie zu bestehen und es deshalb immer schwieriger wird, dort einen Sieg zu holen, je mehr Niederlagen sich aneinanderreihen.
Tröstlich zu wissen: Irgendwann reisst jede Serie.
