Vorschau Team für Team:
Halten die SCL Tigers diesmal bis zum Schluss der Qualifikation durch?
Die Frage nach dem Durchhalten ist berechtigt, denn zum Schluss der letzten Saison taten sie es nicht. Im Kader der Emmentaler gab es nur wenige, dafür aber einige hochinteressante Wechsel. Die Frage nach der Qualifikation ist nicht die Einzige. Die Langnauer werden auch den Spengler Cup bestreiten.
Die SCL Tigers absolvierten eine lange Zeit sehr ordentliche letzte Saison, bevor sie regelrecht einbrachen und – allein auf das letzte Viertel der Qualifikation – den mit Abstand letzten Rang belegten. Magere 10 Punkte resultierten aus den letzten 13 Spielen. Aus den letzten sechs Partien sogar kein einziger mehr. So wurde der sicher geglaubte Play In -Rang schliesslich doch noch vergeigt. Allerdings kann man daraus nicht auf das Potenzial schliessen. Denn dafür müssen wir auf die ersten drei Viertel der Qualifikation schauen. Schauen müssen auch die Tiger selbst. Nämlich dass ihnen etwas Ähnliches in der heute beginnenden Meisterschaft nicht passiert. Mit etwas Zynismus kann man sagen, die Krise um Ende der letzten Saison war die erste, welche der Coaching Staff um Headcoach Thierry Patrlini nicht selbst beheben konnte. Beendet wurde diese durch das Ende der Saison.
Doch wo stehen die SCL Tigers in dieser Saison? Es wird eine Saison, die an den Kräften zehren wird, denn die Emmentaler werden am Spengler Cup teilnehmen. Sie werden im nationalen Schaufenster stehen, was ihrem Ansehen und ihrer Bekanntheit gut tun wird. Das Marketing wird sich die Hände reiben und wird total motiviert ans Werk gehen. Also nochmals motivierter als sowieso schon, denn diesen Aufmerksamkeits-Boost gilt es auszunutzen. Andererseits ist diese Situation mit dem Spengler Cup sportlich sehr herausfordernd. Und da sind wir nun wieder beim Einbruch zum Ende der letzten Saison, der ganz sicher auch etwas mit den Kräften zu tun gehabt hat, auch wenn – ebenso sicher – nicht alleine.
Die Langnauer können grösstenteils auf die bewährten Kräfte aus der letzten Saison vertrauen. Aber es ist die erste Saison nach Harri Pesonen, dem Captain und Leader der Mannschaft in den letzten Jahren. Mit ihm verliess auch der beste Punktesammler mit Schweizer Lizenz die Mannschaft. Dario Rohrbach läuft nun für den SC Bern auf. Dafür kam von der Ajoie Verteidiger Arno Nussbaumer (23). Gian Meier (20), ein anderer Verteidiger, kam aus Schweden (Frölunda). Und aus Zug zog es Stürmer Nando Eggenberger (26) ins Emmental. Aber die sicherlich interessantesten Zuzüge sind Ausländer. Emil Pettersson und Jonathan Dahlén sind ein schwedisches Sturmduo, welches zuletzt beim Timrå IK gespielt und dabei einen grossen Anteil an der Torproduktion des Klubs gehabt hat. Das wird interessant und hilft, über den Weggang von Pesonen hinwegzukommen.
Künftig hat Thierry Paterlini die Qual der Wahl, welcher seiner sieben hochkarätigen Ausländer jeweils auf der Tribüne Platz nehmen muss. Zur Auswahl stehen die Zwei aus Timrå, mit Saku Mäenalanen und Hannes Björninen zwei Weltmeister, die zwei unverzichtbaren Verteidiger Juuso Riikola und Santtu Kinnunen, sowie mit André Petersson der letztjährige Topscorer des Teams.
SCL Tigers (11. Quali)
Sportchef: Pascal Müller (bisher)
Trainer: Thierry Paterlini (Head, bisher)
Steve Hirschi (Assistent, bisher)
Tobias Thermell (Assistent, Schweden, neu)
William Rahm (Torhüter bisher)
Ausländer: Santtu Kinnunen (27, Verteidiger, Finnland, bisher)
Juuso Riikola (32, Verteidiger, Finnland, bisher)
Saku Mäenalanen (32, Stürmer, Finnland, bisher)
Hannes Bjöninen (30, Stürmer, Finnland, neu)
Emil Pettersson (32, Stürmer, Schweden, neu)
André Petersson (35, Stürmer, Schweden, bisher)
Jonathan Dahlén (28, Stürmer, Schweden, neu)
Abgänge: Claude-Courdin Paschoud (32, Verteidiger, offen)
Timo Jenni (21, Stürmer, zu Chur)
Sean Malone (31, Stürmer, zu Augsburger Panther)
Harri Pesonen, 37, Stürmer, zu JYP Jyväskylä)
Dario Rohrbach (28, Stürmer, zum SC Bern)
Joshua Fahrni (23, Stürmer, zu ZSC Lions)
Zuzüge: Arno Nussbaumer (23, Verteidiger, von Ajoie)
Gian Meier (20, Verteidiger, von Frölunda)
Emil Pettersson (32, Stürmer, von Timrå IK)
Nando Eggenberger (26, Stürmer, vom EV Zug)
Jonathan Dahlén (28, Stürmer, von Timrå IK)
