Pruntrut bleibt für die SCL Tigers Pruntrut:

Ein Dämpfer für die Langnauer beim HC Ajoie

Das war nun wirklich nicht gut. Bisher haben die SCL Tigers nur gegen den HC Lausanne ein miserables Drittel (das Mitteldrittel) abgeliefert. Jetzt kommt im Spiel gegen den HC Ajoie ein weiteres hinzu, welches den Sieg kostete. Wir ordnen ein.

Blog • • von Bruno Wüthrich

Ich kann mich nicht erinnern, ob und wann die SCL Tigers seit ihrem Wiederaufstieg in die National League (egal ob 1998 – damals noch NLA, oder 2015) jemals fünf Siege in Serie zustande gebracht haben. Nach dem einigermassen souveränen 3:0 – Erfolg gegen die Lakers aus Rapperswil wäre gestern in Pruntrut dieser fünfte Sieg aufgelegt gewesen. Obwohl uns allen nicht entgangen ist, dass bei diesem Umschwung im Schlussdrittel und in der Verlängerung auch viel Pech (zwei zufällig abgelenkte Schüsse) dabei war, kann man nicht anders als festzuhalten, dass dieser aufgelegte Sieg richtiggehend „vertubelt“ worden ist. Die Tiger haben sich nicht im Geringsten daran gehalten, was sie sich vorgenommen haben. Nämlich auch bei Vorsprüngen nach vorne zu spielen. Man liess den Gegner kommen und fand dann kein Mittel, um wirklich dagegen zu halten. Nicht hilfreich waren natürlich die Strafen, wobei ich diejenige gegen Dario Allenspach, die schliesslch zum Ausgleich führte, als zu hart erachte. Der Kopf des Gegenspielers war in dieser Szene sehr tief. Auffallend, dass alle drei Gegentreffer bei numerischer Unterlegenheit der Langnauer fielen. Immerhin reichte es den Langnauern noch zum Punktgewinn.

Was sollen wir jetzt von dieser Leistung halten? Die Antwort ist: ab dem zweiten und vor allem im dritten Drittel nicht viel. Aber auch die Frage, welche Bedeutung diese Niederlage für die Emmentaler in der laufenden Meisterschaft hat, lautet die erste Antwort: nicht viel. Denn im Eishockey ist vieles möglich, und wer gedacht hat, die SCL Tigers würden in dieser Spielzeit quasi nur gewinnen, wird sicher auf den Erdboden der Tatsachen zurückgeholt. Zudem wird es nicht die letzte dumme Niederlage der Emmentaler in dieser Saison sein. Genauso, wie sie auch Siege holen werden, bei denen für die jeweiligen Gegner das genau Gleiche gilt. 

Bei genauerem Hinschauen könnte die Bedeutung dieser Niederlage zunehmen, wenn die Tiger von den nächsten beiden Spielen gegen den SC Bern und den HC Genf-Servette, - zwei äusserst starke Gegner, - gleich beide verlieren sollte. Nicht immer, aber manchmal sind solche Niederlagen (Umschwünge) das Zeichen, dass es nun nicht mehr so weiter geht wie bisher. Andererseits weiss man in Langnau, was man bei der Niederlage gegen Ajoie falsch gemacht hat. Am inzwischen gewonnenen Selbstvertrauen wird diese nicht nagen. Die Tiger scheinen in dieser Saison für jeden Gegner gewappnet. Immerhin haben sie den schlechten Start nach vier Spielen in einen der besten Starts nach 11 Spielen gewandelt. Das heisst, so schnell ist die Mannschaft von Thierry Paterlini nicht aus dem Konzept zu bringen.

Aber daran, wie zu verfahren ist, wenn ein Gegner gleich so kommt wie gestern im Schlussdrittel der HC Ajoie, muss man in Langnau arbeiten. Weil dies war wahrlich nicht zum Ansehen.

Andererseits könnte dieser Dämpfer in Pruntrut auch seine heilsame Wirkung haben. Denn Ajoie ist derzeit nicht zu vergleichen mit den Ausgaben früherer Saisons. Dass es für jeden Sieg eine gute Leistung über 60 Minuten braucht, weiss jeder, der Eishockey spielt. Die Frage ist jeweils, ob dieses Wissen auch in jeder Phase eines jeden Spiels immer abgerufen werden kann. Gestern haben die Tiger gelernt, dass Wissen allein nicht reicht. Es braucht Verinnerlichung.