Was wäre…

wenn Mäenalanen seine Chancen verwerten würde?

Erzielte Tore geben Energie, erhaltene rauben sie. Selten wurde einem diese Weisheit so vor Augen geführt wie im Spiel der SCL Tigers gegen den HC Davos. Und auch gegen Gottéron hätte ein Tor, das leider nicht erzielt wurde, der Mannschaft Energie geben können.

Der Emmentaler in den Reihen des HC Davos, Torhüter Sandro Aeschlimann, hatte viel zu tun und spielte eine starke Partie. Er war einer der Faktoren, weshalb die SCL Tigers als Verlierer vom Eis mussten. Bild: Susanne Bärtschi 

 

«Hätti u Wetti si Brüeder gsi», besagt ein volksmundiges Sprichwort. Auf das Eishockey bezogen sagt es uns, dass man damit keine Spiele gewinnt. «Hätte man nur…» und «Wäre doch…» deuten aber darauf hin, dass auch alles anders hätte kommen können. So wie im Spiel der SCL Tigers gegen de HC Davos, als die Langnauer eigentlich alles im Griff hatten, 2:1 führten und Saku Mäenalanen in der 30. Minute das leere gegnerische Tor vor sich hatte, aber leider nur den Pfosten traf. 14 Sekunden später schepperte es auf der anderen Seite. 2:2 statt 3:1. Von da weg bis zum Ende des Drittels existierte nur noch der HC Davos. 2:4 stand es nach 40 Minuten. Im Schlussdrittel waren die Tiger dann wieder aktiver, kamen zu guten Chancen und erzielten den Anschlusstreffer. Der Ausgleich gelang ihnen aber nicht mehr.

Etwas weniger eindeutig war es dann in der Partie vom Samstag in Freiburg. Wieder war es Saku Mäenalanen, der kurz vor Drittelsende eine grosse Chance vergab. Aber da stand es aus der Sicht der Emmentaler bereits 0:2. Und doch hätte ein Treffer zu diesem Zeitpunkt der Mannschaft Energie geben können. Mit andern Worten: Wir wissen nicht, was gewesen wäre, wenn… Am Ende resultierte eine eindeutige 2:5 – Niederlage. Und ein Wochenende mit Null Punkten.

Saku Mäenalanen ist ein wichtiger Spieler für Langnau. Er ist kampfstark, bringt Wucht ins Spiel und hat auch gute Hände. Er verleiht dem Spiel der Emmentaler Stabilität. Dass er immer wieder zu Chancen kommt, ist ebenfalls eine Qualität von ihm. Mit drei Punkten (1 Tor, 2 Assists) aus sechs Spielen steht er lediglich einen Punkt hinter Topscorer Phil Baltisberger (!!!). Aber ihm klebt derzeit im Abschluss das Pech am Stock. Allein schon wenn man seine Pfostentreffer als Tore zählen würde, wäre er mit Abstand Topscorer der Langnauer. Aber es sind ja nicht allein die Pfostentreffer.

Apropos Phil Baltisberger. Aus meiner Sicht der wohl beste Transfer eines Spielers mit Schweizer Lizenz, den Sportchef Pascal Müller bisher für die SCL Tigers getätigt hat. Aber dass Baltisberger in der nächsten Partie (am kommenden Dienstag in Lausanne) das Topscorer-Shirt tragen wird, ist trotzdem eine Überraschung.

Erfreulich auch, dass André Pettersson, auf welchen die Tiger zu Beginn der Saison verletzungshalber verzichten mussten, gleich bei seinem Debut zwei Treffer erzielen konnte. Solche Erfolge verkürzen die Anlaufzeit wesentlich.

Ebenfalls aufgefallen: Die beiden Torhüter der Langnauer zeigten bisher gute Leistungen. Doch makellos waren sie nie. In jeden Spiel konnte man sie bei einem Gegentreffer auch etwas kritisieren. Bei Luca Boltshauser war es an diesem Wochenende das 2:2 gegen den HC Davos, als er den Puck zuerst in hohem Bogen in den Slot abprallen liess und dann bei der Abwehr des Schusses von Simon Knak keine glückliche Figur machte. Bei Robin Meyer war es am Tag darauf der Treffer zum 0:1, den er normalerweise halten würde. Es ist allerdings eine Kritik auf recht hohem Niveau. Allerdings hatten die beiden erwähnten Gegentreffer eben schon einen gewissen spielbestimmenden Charakter.