Am ersten Spieltag aufgefallen:

SCL Tigers machen Musik, aber bleiben ohne Punkt in Davos.

In Davos das Startspiel zu verlieren, ist weiter nicht schlimm. Zumal die SCL Tigers einen insgesamt guten Auftritt hingelegt haben. Aber den Grundstein für die Niederlage haben sie selbst gelegt. Deshalb müssen wir genauer hinsehen.

Blog • • von Bruno Wüthrich

10. Minute: Nach einem abgefangenen Angriff der Davoser wollen die Tiger von hinten aufbauen. Nando Eggenberger spielt aus dem eigenen Drittel heraus einen Pass auf Hannes Björninen. Der Pass schaut eigentlich gut aus, aber Björninen kann ihn trotzdem nicht richtig annehmen und verliert den Puck sogleich an Lukas Frick und lässt sich dann auswechseln. Deswegen hat Frick nun sehr viel Platz und Zeit, bedient Beni Waidacher ideal, und dieser – von vier herumstehenden Langnauern nicht angegriffen, schiesst ein gemessen an dieser ausgezeichneten Situation harmloses Schüsschen, das Langaus Torhüter Robin Meyer überraschenderweise passieren lässt. Also ein kollektives Versagen aller sich zu diesem Zeitpunkt auf dem Eis befindlichen Langnauer. Ein idealer Auftakt in die neue Meisterschaft sieht natürlich anders aus. 

18. Minute: Die Emmentaler spielen in Überzahl. Sie tun dies ordentlich und erzeugen Torgefahr. Statt ins Tor treffen sie aber lediglich den Pfosten. Die Strafe läuft just dann ab, als die Davoser in Scheibenbesitz gelangen. Ein langer Pass auf den zuvor bestraften Davos-Captain Ken Jäger, und schon heisst es 2:0. Wie sich später herausstellt, sollte dies bereits der Gamewinner sein.

Die Partie fiel am Ende mit 4:1 aus Davoser Sicht etwas zu deutlich aus. Das Schussverhältnis, auf das ich normalerweise nicht viel gebe, zeigt mit 28:27 Schüssen, dass es eine ausgeglichene Partie war. Auch gemäss den expected Goals (auch da gebe ich wenig drauf) zeigen ein ähnliches Bild. Man erkennt daran, dass die Partie enger war, als das Resultat vermuten lässt und auch anders hätte laufen können.

Bei bloss einem erzielten Treffer ist es nicht verwunderlich, dass Langnaus Ausländer (Santtu Kinnunen spielte nicht) ohne Punkt blieben. Mit dem zweiten Assist zum 1:2 Anschlusstor von Julian Schmutz‘ kam mit Nando Eggenberger wenigstens ein Neuzuzug zu einem Skorerpunkt. Erwähnenswert ist dies deshalb, weil in dieser Vollrunde zum Auftakt in die neue Meisterschaft auffallend viele Neuzuzüge punkteten. Vinzenz Rohrer beim 0:5 – Auswärtssieg von Zug in Lausanne mit 2 Treffern und einem Assist bereits zu drei Punkten. Genau mit der gleichen Ausbeute wartete auch Biels Neuzuzug Jeff Skinner beim 4:2 Sieg gegen Meister Gottéron auf. Mit Chris Egli traf auch noch ein weiterer Neo-Zuger. Auch in der Partie SC Lions – SC Bern traf beidseits ein Neuzuzug doppelt. Auf Seiten der Zürcher war dies Simon Knak, bei den Bernern Verteidiger Davyd Barandun. Bei den Zürchern liess sich zudem Malte Strömwall, und bei den Bernern Sonny Milano und Rodrigo Ābols je einen Assist gutschreiben. Beim 6:3 – Sieg Luganos über Genf realisierten Olle Lycksell zwei (1 T, 1 A) und Jere Innala einen (1 A) Skorerpunkte. Beim 3:4 – Sieg nach Verlängerung von Kloten bei den Lakers zeichnete Arttu Ruotsalainen als zweifacher Torschütze verantwortlich, und mit Kristian Tanus traf auch einer der zahlreichen Neuzuzüge bei Ajoie bei der Niederlage nach Penaltys gegen Ajoie. Allerdings mit Nate Schnarr auch einer für Ambri. Und eben: der Gamewinner in der Partie HCD gegen die SCL Tigers schoss mit Ken Jäger ein Neuzuzug der Davoser.

Haben die SCL Tigers also verloren, weil die Neuzuzüge nicht wie anderswo performt haben? Nein, so ist es nicht. Der SC Bern hat ja verloren, obwohl die Neuen in der Mannschaft sogar einen Punkt mehr gemacht haben als beim Gegner. Die SCL Tigers haben verloren, weil sie ihre Niederlage quasi selbst eingeleitet haben. Wer weiss, wie das Spiel verlaufen wäre, wenn es nach zwei Dritteln 1:1 gestanden hätte. Das mit den Neuzuzügen ist einfach aufgefallen und ist nicht nur bei Fantiger-online Thema.