Nach vorne und hinten:
Derzeit ist für die Langnauer vieles möglich
Die SCL Tigers liegen auf einem Rang, der ihnen vor der Saison vor allem die Experten nicht zugetraut hätten. Noch ist das Play In nicht gesichert. Aber es kann auch noch weiter nach vorne gehen. Eine Einschätzung.
Hier hat André Pettersson (bereits hinter dem Tor) gerade den 4:3 Siegtreffer der Langnauer in der Verlängerung erzielt. Bild: Susanne Bärtschi
Nach einem (nur) fast perfekten Wochenende haben es sich die Langnauer auf Rang 9 einigermassen gemütlich gemacht. Will heissen, dass eine Niederlage nicht gleich das Abrutschen in der Tabelle unter den zweiten Strich bedeutet. Denn lediglich der EHC Biel kann die Tiger mit einem Sieg mit voller Punktzahl überholen, aber nur, wenn die Emmentaler selber keinen Punkt holen. Bern, Ambri und Kloten liegen weiter zurück.
Wer hätte gedacht, dass sich die Tiger derart hartnäckig als Berner-Team Nr. 1 halten, und dass der SC Bern aktuell lediglich die Nr. 3 im Kanton ist. Dabei handelt es sich ja nicht um eine zufällige Momentaufnahme zu Beginn der Saison. Derzeit sind 33 Runden gespielt. Das sind knapp zwei Drittel der Qualifikation.
Doch die Langnauer haben nach hinten nicht genügend Distanz bilden können, um sich sicher sein zu können, dass dieser Rang gehalten werden kann. Sowohl Ambri wie auch Kloten, und vor allem auch dem SC Bern ist zuzutrauen, dass sie mit einem guten Endspurt noch an den Emmentalern vorbeiziehen könnten. Weil, um dies zu verhindern, jeder Punkt wichtig sein kann und ist, ist das fahrlässige Verspielen dieses einen Punktes gegen Kloten sehr ärgerlich. Joshua Fahrni leistete sich in der 52. Minute in der offensiven Zone diese unnötige Strafe, die zum 2:3 – Anschlusstreffer des EHC Kloten führte und dieser Mannschaft nochmal die Luft gab, um noch auszugleichen. André Pettersson sicherte in der Verlängerung immerhin noch den Zusatzpunkt.
Dass vorerst wegen dieses Punktverlusts keine negativen Konsequenzen resultierten, bedeutet nicht, dass diese nicht noch kommen. Bei dieser Konstellation in der Tabelle ist jeder Punkt wichtig.
Nicht ganz vergessen sollten wir, dass auch gegen vorne noch etwas gehen könnte. In meinem Fokus sind Genf-Servette (53 Punkte) und die Rapperswil-Jona Lakers 55 Punkte. Beide Mannschaften haben ein Spiel mehr absolviert als die Langnauer (44 Punkte), die aus den letzten 8 Spielen 13 Punkte einspielten und sich einer recht guten Form erfreuen. Da können sowohl die Lakers als auch Genf nicht mithalten. Die Rapperswiler erspielten sich im gleichen Zeitraum 10 Punkte, die Genfer deren acht.
Vergleichen wir die letzten acht Partien der hinter den Emmentalern liegenden Mannschaften, dürfen wir zur Kenntnis nehmen, dass auch diese derzeit zumindest nicht besser sind. Der SC Bern kommt wie die Langnauer auf 13 Punkte. Der Abstand zwischen den beiden Mannschaften ist also genau gleich gross wie vor acht Runden. Ambri und Kloten können nicht mit den Bernern mithalten. Die Leventiner bringen es auf gerade mal sieben Punkte, und auch der EHC Kloten kommt auf diese Punktzahl. Dies auch nur dank des geschenkten Punktes aus Langnau.
Bleibt noch der EHC Biel, der es aus seinen letzten 8 Spielen auf 9 Punkte brachte.
Aber eben: das sind halt dann doch nur Momentaufnahmen. Die acht Spiele sind willkürlich gewählt, und solche Phasen haben immer auch mit der aktuellen Form einer Mannschaft zu tun, die sich jedoch jederzeit ändern kann.
Übrigens: Die Aufregung wegen des verlorenen Punktes gegen Kloten ist ein Jammern auf hohem Niveau. Wer hätte nicht für 5 Punkte aus dem vergangenen Wochenende unterschrieben? Dass die Mannschaft von Coach Thierry Paterlini in Genf die volle Punkezahl buchte, dabei den ersten Sieg der Saison gegen dies Mannschaft buchte, ist allererste Sahne. Die Leistung in Genf war ausgezeichnet. Und auch wenn etwas glück dabei war, war der Sieg verdient. Deshalb ist die Ausbeute von 5 Punkten am vergangenen Wochenende aller Ehren wert.
Wir sind gespannt, ob die SCL Tigers die Siegesserie gegen den HC Lugano (sechs Siege in Serie) am Dienstag Abend aufrecht erhalten kann.
