Einschätzung: Reife Leistung der Tiger gegen den EV Zug
Von einer Krise weit entfernt
Die SCL Tigers zeigen gegen den EV Zug ab dem zweiten Drittel eine eindrückliche Leistung und bestätigen damit den Eindruck des FANTIGER: In Langnau gab es in dieser Saison noch keine Krise.
Der Ausgleich zum 2:2. Nando Eggenberger zu Noah Meier, dieser auf Flavio Schmutz, welcher die tolle Aktion mit dem wichtigen Treffer abschliesst. Bild: Bruno Wüthrich ab TV-Bildschirm
Wer eine Krise herbei schreiben will und dafür Niederlagen aus der vergangenen Saison herbeiziehen muss, steht mindestens dann mit seiner These auf verlorenem Posten, wenn ihm die Protagonisten, die angeblich in der Krise sein sollen, nicht glauben. Die SCL Tigers sind schlecht in die Saison gestartet. Das stimmt. Die Leistungen des Torhüters in den Spielen auswärts gegen den HC Davos und in den beiden Heimspielen gegen die ZSC Lions und den HC Lausanne waren nicht berauschend. Das stimmt auch. Zumindest gegen den HC Lausanne wäre ein Sieg möglich gewesen, wenn die Emmentaler nicht ein miserables Mitteldrittel eingezogen hätten. Auch das ist wahr. Aber dieses Mitteldrittel war das einzige wirklich schwache Drittel, das die Tiger bisher in dieser Saison eingezogen haben. Damit wurde ein möglicher Sieg weggeschenkt. Im ersten und letzten Drittel dieser Partie spielten die Emmentaler auf Augenhöhe oder sogar besser. Aber trotz letztem Rang: da war keine Niederlagenserie. Diese wurde verhindert mit dem Sieg in Biel.
Natürlich hätten weitere Niederlagen in eine Krise führen können. Denn immerhin warteten (und warten) an diesem Wochenende mit dem EV Zug und dem HC Fribourg-Gottéron zwei schwere Gegner. Der EVZ präsentierte sich bisher in Hochform, aber der wurde – wie wir inzwischen wissen - ohne Punkte zurück nach Zug geschickt. Bei Gottéron ist die Saison bisher nicht ganz so verlaufen wie geplant. Mit sechs Punkten liegen sie inzwischen lediglich noch einen Punkt vor Langnau. Für sie ist es ein Heimspiel und es wird erwartet, dass sie gegen die Tiger liefern. Zwei weitere Niederlagen hätten dann im Hockey Country und auch innerhalb der Mannschaft schon zu denken gegeben.
Patrick Petrini, Flavio Schmutz, Jérôme Bachofner, Dario Allenspach und Phil Baltisberger waren die gestrigen Torschützen im Langnauer Dress. Dazu Noah Meier mit gleich drei Assists. Das war, was gefordert war: dass auch Spieler mit Schweizer Lizenz Verantwortung übernehmen. Diese Vorgabe wurde mit Bravour geleistet. Denn so gut, wie die Imports auch sein mögen – da ist noch viel Potenzial vorhanden, das zweifellos auch noch abgerufen wird – ohne markante Beteiligung der Schweizer wird es nicht gehen. Dass diese parat sind, zeigten sie gestern eindrücklich mit zum Teil wunderbar herausgespielten Treffern. Überhaupt war es bemerkenswert, wie die Tiger den EVZ letztendlich mit den genau gleichen Mitteln schlugen, mit denen der Gast im ersten Abschnitt noch mit 0:2 in Führung gegangen war. Einschnüren des Gegners, bis sich die Lücke auftut, und dann zuschlagen. Sehr gut!
Und eben: heute Abend wartet der HC Fribourg-Gottéron. Von ihm wird erwartet, dass er gegen die Langnauer liefern wird. Wir hier im Emmental aber gehen davon aus, dass heute die SCL Tigers liefern werden. Allein schon deshalb, weil innerhalb der Mannschaft die Ausländer nicht auf sich sitzen lassen wollen, dass es gestern vor allem die Schweizer waren, die Skorerpunkte gesammelt haben.
Gespannt bin ich, wer heute Abend im Tor stehen wird. Die beiden bisherigen Siege (4:3 n.P. gegen den EHC Biel und gestern gegen Zug) gelangen mit Luca Boltshauser im Tor.
