Zum Ausfall von Juuso Riikola:
Ein Nackenschlag für die ausgedünnte Defensive
Er ist das defensive Gewissen der SCL Tigers. Das gute Abschneiden des Klubs in der letzten Saison hatte viel mit ihm zu tun. Nun fällt Juuso Riikola für rund sechs Wochen aus. Das trifft die ohnehin auf diese Spielzeit hin arg ausgedünnte Defensive der Langnauer ins Mark.
fällt bis zu sechs Wochen aus: Juuso Riikola (Bild: Peter Eggimann)
Viele Fans hatten ob dem Aderlass in der Langnauer Defensive auf diese Saison hin so ihre Bedenken. Stéphane Charlin, der statistisch beste Torhüter der letzten Saison: Weg! Vili Saarijärvi, Spektakelverteidiger in Person: Weg! Brian Zanetti, der junge Tessiner, der sich in Langnau prächtig entwickelt hat: Weg! Claudio Cadonau, nicht mehr immer auf der Höhe, aber immer noch gut genug, einzuspringen, wenn Not am Mann war: Weg! Als Verstärkung hinzugekommen, bzw. als Ersatz für SaariJärvi: einzig und allein Santtu Kinnunen. Er sicher ein starker Verteidiger, aber ob er ganz in die Fussstapfen von Saarijärvi treten kann, wird sich erst weisen. Ganz klar, die SCL Tigers bewegen sich in der Defensive in diesem Jahr von Beginn weg auf dünnem Eis. Das Potenzial ist nicht mehr vergleichbar mit den der letzten Saison, wo die Emmentaler bezüglich Defensive das zweitbeste Tea stellten. Ein erster Hinweis darauf lieferte bereits die Eröffnungspartie in Rapperswil. Fünf Gegentreffer sind definitiv drei zu viel.
Und jetzt fällt aus dem defensiv dünnen Kader auch noch der wichtigste Spieler aus. Und das gleich sechs Wochen. Das stellt die ganze Organisation vor eine grosse Herausforderung. Vorerst werden es die übrig gebliebenen richten müssen. Das wird für alle mehr Eiszeit geben, was für den Einzelnen natürlich gut ist. Die Erfahrung zeigt zudem, dass eine Mannschaft auch den Ausfall eines wichtigen Spielers für ein paar wenige Partien kompensieren kann. Aber irgendwann, eher früher als später, macht sich das Fehlen dann schon bemerkbar.
Die Frage, die sich stellt, hat mit der kurzfristigen Kompensation zu tun. Sie lautet: Die Tiger haben in Rapperswil kläglich verloren und hatten nichts zu bestellen. Können sich die Langnauer geschwächt auffangen und gegen Ambri sogar siegen? Dafür braucht es eine Steigerung um 100 Prozent. Und wohl auch etwas Glück.
Sollte sich Sportchef Pascal Müller dazu entschliessen, für Riikola ausländischen Ersatz zu holen (und das wir er, wenn ihm das Geld bewilligt wird), so haben die Tiger bereits früh acht von zehn möglichen Ausländerlizenzen aufgebraucht.
